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Die Wartezeiten werden länger

12.11.2009 | 21:10 Uhr

Kreis Wesel. Innerhalb derletzten zehn Tage sind über 80 neue Fälle der neuen Grippe H1N1 dem Kreis Wesel gemeldet worden. Damit lag die Zahl der akuten Fälle von Schweinegrippe gestern Morgen bei 117, berichtete Pressesprecher Gerhard Patzelt.

Immer mehr Menschen wollen sich im Kreis Wesel gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Wartezeiten sind die Folge. Foto: Dirk Schuster

Insgesamt sind seit Ausbruch der Erkrankung 342 Fälle registriert worden. Der deutliche Anstieg der Grippefälle ist sicher auch ein Grund dafür, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen wollen – mit dem Ergebnis, dass es in den Arztpraxen zum Teil Wartezeiten von bis zu vier Wochen gibt.

Sowohl der Patienten-Andrang als auch Engpässe bei der Lieferung des Impfstoffes Pandemrix sind dafür verantwortlich, erläuterte Ivan Kashkarov, medizinischer Leiter des Fachbreichs Gesundheitswesen beim Kreis Wesel. Ob nun in größeren Städten länger gewartet werden müsse als in kleineren Orten lasse sich nicht einheitlich feststellen. Fest steht jedenfalls, dass die Zahl der Ärzte, die die Impfung vornimmt, deutlich gestiegen ist. Zu Beginn der Aktion waren kreisweit rund 60 Mediziner angemeldet, gestern lag die Zahl bei 119.

Ohne Terminabsprachen geht in den Praxen nichts. Grund dafür ist nicht zuletzt der Impfstoff, den die Ärzte zuvor ordern müssen und anschließend nur im „Zehnerpack” impfen können. Sprich: Jede Ampulle reicht für zehn Patienten. Ergänzt um den Wirkstoffverstärker muss das Serum innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Rund 100 Impfdosen pro Woche kann Apotheker Hektor Gerbszt von der Apotheke am Berliner Tor an jede Weseler Praxis ausliefern, die impft. Gemeinsam mit der Tannen-Apotheke in Obrighoven hat er im Auftrag des Kreisgesundheitsamtes die Verteilung übernommen. Derzeit könne hier noch ausgeliefert werden, versichert der Weseler. Am Dienstag war er schon in Dinslaken, um dort Impfstoff abzuliefern, weil Pandemrix nicht mehr zur Verfügung statt.

Info
Hier wird geimpft

Wesel. Die Zahl der Ärzte, die Impfungen gegen die neue Grippe H1N1 vornehmen, steigt ständig. In Wesel, Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe ist die Zahl von ursprünglich 19 auf mittlerweile 32 Praxen angestiegen. Hier die Namen und Anschriften: Wesel: Hans-Georg Arping, Brückstraße 33; Dr. Sharabati, Brückstraße 14; Dr. Nehlsen, Luisenstraße 11; Georg Stefanowski, Kaiserring 15; Dr. Barbara Vogel, Brandstraße 15; Drs. Annette und Markus Eckholt, Großer Markt 2; Dr. Wolfgang Lynker, Am Nordglacis 63; Dr. Delmich, Schepersweg 1; Dr. Lübbe, Kurt-Kräcker-Straße 47 b; Dr. Desiree´ Seebohm-Gieshoff, Feldstraße 9; Günter Schnitzler, Feldstraße 9; Dr. Nikolas, Tannenstraße 6; Dr. Nasser, Johannisstraße 4; Christoph Kroes, Holger Staude, Dr. Birgit Sommer, alle Sternstraße 2; Drs. Peter und Christiane Weineck, Schützenstraße 29; Herbert Huth, Dorfstraße 8.

Hamminkeln: Marion Ohlwein, Dingden, Kirchplatz 3; Andre Terhorst, Brünen, Hamminkelner Straße 4, Ewa Drzewinska, Mehrhoog, Bahnhofstraße 28; Dr. Volker Klewinghaus, Hamminkeln, Marktstraße 19 a; Dr. Alfons Westhölter, Dingden, Bocholter Straße 6; Dr. Walter Johannes Smits, Dingden, Am Spiegelkamp 2. Hünxe: Dr. G. Wienkoop, Donnersbergstege 13; Dr. Hans Feldhoff, Hauptstraße 57; Dr. Wefelnberg, Alte Weseler Straße 18. Schermbeck: Drs. Franz-Josef und Maria Leßmann, Kapellenweg 2; Dr. Christian Neukam und Barthel Jung, beide Bonifatiusstraße 18.

In der kommenden Woche, so fürchtet Gerbszt, könnte es auch in Wesel schlecht aussehen. Ivan Kashkarov geht allerdings davon aus, dass letztlich alle Menschen im Kreis Wesel geimpft werden können, die das auch wünschen. „Niemand bekommt etwas vorenthalten”.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für die Hälfte ihrer Mitglieder einen Beitrag in einen Fonds für die Impfung ein, erläuterte Günter Beier, Leiter der AOK im Kreis Wesel. Dieser Betrag liegt bei 29,50 Euro. Damit werden impfende Ärzte vergütet und der Impfstoff bezahlt, so Beier.

Margret Brüring

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