Die Operation als letzter Ausweg

Dr. Malte Mazuch sowie die Physiotherapeuten Thomas Samusch und Ulrike Wohlrabe (von links) betreuen Patienten mit Arthrosen und anderen Gelenk- und Bewegungsbeschwerden.
Dr. Malte Mazuch sowie die Physiotherapeuten Thomas Samusch und Ulrike Wohlrabe (von links) betreuen Patienten mit Arthrosen und anderen Gelenk- und Bewegungsbeschwerden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Arthrose-Patienten kann dank moderner Medizin und Physiotherapie gut geholfen werden. Die Experten des Evangelischen Krankenhauses Wesel geben Tipps.

Wesel..  Wenn es im Gelenk knackt und knarzt, wenn Bewegungen schmerzen, dann kommt früher oder später die Frage auf: Ist das nur eine Verspannung oder Überlastung? Oder steckt doch mehr dahinter, etwa eine Arthrose? Wen Schmerzen plagen, der solle das nicht aus Angst vor einer Operation einfach hinnehmen, sagt Dr. Malte Mazuch, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Evangelischen Krankenhaus. „Denn selbst, wenn es nicht nur eine Fehlbelastung ist, sondern eine Arthrose die Beschwerden auslöst, ist eine Operation immer erst der letzte Ausweg.“ Und auch die sei nach jahrelanger Erfahrung mittlerweile so standardisiert und routiniert, dass die Patienten sich sicher fühlen können.

Um denjenigen, für die ein chirurgischer Eingriff unumgänglich ist, die Angst zu nehmen, hat das Team des Evangelischen Krankenhauses eine Vorab-Informationsstunde eingeführt. Physiotherapeutin Ulrike Wohlrabe und ihr Team beantworten Fragen, erklären die Abläufe der Operation und Nachbehandlung. So können die Patienten beispielsweise auch schon mal einen Gehwagen für die ersten Schritte mit dem künstlichen Gelenk ausprobieren und individuell auf ihre Größe voreinstellen lassen. „Das vereinfacht das Prozedere sowohl für die Ärzte und uns als auch für die Patienten, denen so viele Ängste genommen werden“, sagt Ulrike Wohlrabe.

Einen richtigen Zeitpunkt für eine Operation und die Entscheidung für ein künstliches Gelenk gebe es nicht, sagt Dr. Malte Mazuch. „Der ist individuell ganz unterschiedlich und wird mit dem Patienten gemeinsam festgelegt.“ Denn selbst, wenn das Röntgenbild nicht gut aussehe: „Solang der Patient klar kommt, wird nicht operiert. Erst, wenn er in seinem Alltag so eingeschränkt ist, dass das für ihn selbst nicht mehr hinnehmbar ist.“

Um das Einsetzen eines künstlichen Gelenks oder grundsätzlich Verschleiß möglichst zu vermeiden, seien Präventionsmaßnahmen wichtig, erklärt Thomas Samusch, Physiotherapeut im Visalis-Therapiezentrum. „Denn die größten Risikofaktoren sind Übergewicht und Bewegungsmangel.“