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65 verwahrloste Hunde kommen im Weseler Tierheim unter

11.03.2016 | 17:07 Uhr
65 verwahrloste Hunde kommen im Weseler Tierheim unter
Dutzende Malteser haben im Weseler Tierheim eine vorübergehende Bleibe gefunden.Foto: Hanna Lohmann / Funke Foto Services

Wesel.   Im Weseler Tierheim sind 65 Hunde aus der Schermbecker Zucht untergekommen – Heimleiterin erlebt turbulente Tage. Noch können die Tier nicht vermittelt werden.

Das Bellen im Weseler Tierheim ist etwas lauter als sonst, die Hundezwinger sind restlos besetzt und auch die frisch renovierten Kaninchenboxen sind mit Maltesern belegt. Für die 65 verwahrlosten Hunde aus dem Schermbecker Zuchtbetrieb arbeitet das Team um Leitern Gabi Wettläufer fast rund um die Uhr.

Als die Tiere ankamen, waren sie in einem „unvorstellbaren“ Zustand, fast alle mussten geschoren werden: „Wir hatten teilweise Tränen in den Augen – und wir sind einiges gewöhnt“, so Wettläufer. Jetzt wohnen die Hunde in größeren Gruppen zusammen, sind mit Hundepullis gegen die Kälte versorgt.

14 Operationen in der nächsten Woche geplant

Mit dem Scheren ist es aber bei vielen Tieren nicht getan: „In der nächsten Woche haben wir 14 Operationen geplant.“

Tierheimleiterin Gabi Wettläufer mit einem Pflegehund. Foto: Hanna Lohmann

Vor allem die Zähne und Kiefer seien bei vielen Tieren in einem schrecklichen Zustand. Hinzu kommen bei einigen Verhaltensauffälligkeiten: „Gerade die Rüden sind sehr scheu, manche auch sehr unruhig. Den Welpen und Muttertieren geht es etwas besser“, bilanziert die Heimleiterin.

Alle Hunde suchen aber nach wie vor den Schutz der Gruppe, in vielen Zwingern liegen sie eng zusammengekuschelt in ihrem Körbchen: „Ich kann mir im Moment kaum vorstellen, dass eines der Tiere mal ganz alleine leben kann.“

Bis es überhaupt soweit ist, dass die Hunde vermittelt werden können, dauert es wohl noch – Wettläufer rechnet mit einer Wartezeit von mindestens zwei Wochen. Denn erst, wenn das Kreisveterinäramt eine Freigabe erteilt, dürfen die Tiere abgegeben werden.

Hundepullis gegen die Kälte Foto: Hanna Lohmann

Schon jetzt gebe es aber sehr viele Anfragen, gerade für Welpen. Dabei sind die meisten Tiere schon erwachsen: „Ich finde die Entscheidung für einen älteren Hund sogar besser – Welpen will schließlich jeder“, sagt Wettläufer. Etwas ins Hintertreffen geraten bei all dem Trubel andere Notfallhunde: „Dabei freuen die sich genauso über eine Familie“, beklagt sie.

Welle der Hilfsbereitschaft

Tierquälerei
Rettung verwahrloster Hunde belastet Weseler Kreishaushalt

Eine Tierquälerei und ihre Folgen: Die 275 Hunde, die aus einer Zucht befreit und auf Tierheime verteilt wurden, belasten den Kreishaushalt.

Insgesamt ist die Stimmung aber gut, auch wenn dem Team die Arbeit bis zum Hals steht. Dass der Betrieb trotzdem so gut läuft, liegt auch an den ehrenamtlichen Helfern. Mittlerweile sind es so viele, dass Wettläufer die Anfragen koordinieren muss: „Unser Heim ist ja eher klein. 30 Leute können hier nicht arbeiten“, stellt sie fest. Hinzu kommen Hilfspakete aus ganz Deutschland. Teilweise waren es so viele, dass die Paketboten beim Ausladen Hilfe brauchten. „Die Welle der Hilfsbereitschaft hat uns wirklich überrascht“, freut sie sich.

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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wesel-hamminkeln-und-schermbeck/die-hilfsbereitschaft-ist-riesig-id11643698.html
2016-03-11 17:07
Tierzüchter,Hunde,Verwahrlost,Wesel,Schermbeck
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