Die Helden der Werkbank

Pfarrer Dieter Hofmann, Manfred Hoyer und Ralf Bose (v.l.n.r).
Pfarrer Dieter Hofmann, Manfred Hoyer und Ralf Bose (v.l.n.r).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Reparieren statt wegwerfen. Für diesen neuen Service sucht das Netzwerk Schermbeck Freiwillige, die einmal im Monat mit anpacken.

Schermbeck..  Um Himmels willen, was macht Pfarrer Dieter Hofmann denn da? Für den Fotografen nimmt er doch tatsächlich eine Nietzange in die Hand und setzt sie am Fahrradreifen an. Klarer Fall: Der Pfarrer wird beim geplanten Reparatur-Service des Netzwerks Schermbeck eher nicht im Bereich Fahrradflicken eingesetzt. Dafür hat der Vorsitzende des Netzwerkrates reichlich andere Qualitäten: Hofmann ist zum Beispiel besonders hartnäckig, wenn es darum geht, eine gute Idee auf den Weg zu bringen. Und so hat er auf Initiative von Manfred Hoyer gemeinsam mit ihm und Netzwerk-Mann Ralf Bose die Vorarbeit für das Reparaturprojekt gestemmt und das Konzept auf den Weg gebracht.

Nun fehlen nur noch Menschen, die gut Fahrräder reparieren können, Ahnung von Technik haben, besonders gut mit Holz umgehen können, an der Nähmaschine super sind, ein Radio auseinander (und auch wieder zusammen) schrauben können, sich gerne um kaputte Computer kümmern oder dem wackeligen Tisch ein neues Bein verpassen. Und da selten alle alles können, soll eine bunte Gruppe zusammenkommen, die bereit ist, einmal im Monat ehrenamtlich beim Reparieren zu helfen.

Das Konzept ist nicht neu. Unter dem Namen „Repaircafé“ hat sich die Idee des gemeinsamen Reparierens schon an vielen Orten durchgesetzt. Und da es ein solches Angebot in Schermbeck noch nicht gibt, hat Manfred Hoyer, der stellvertretende Vorsitzende des Netzwerkrates, den Stein ins Rollen gebracht. „Es gibt so viele Fähigkeiten und Kenntnisse, die auch nach dem Berufsleben noch eingesetzt werden können“, wirbt er um Helfer, die regelmäßig dazu beitragen könnten, dass nicht mehr so viele Sachen weggeschmissen werden.

Hoyer selber kommt aus der Elektronikbranche und kann dieses Fachgebiet beim Reparatur-Service übernehmen. „Es ist doch toll, wenn jemand mit unserer Hilfe zum Beispiel seinen Plattenspieler wieder ans Laufen bekommt.“

Geplant ist, dass der Reparaturservice ab August jeden letzten Freitag im Monat von 14 bis 18 Uhr im großen Saal des Gemeindehauses angeboten wird. Das Angebot ist kostenlos, nur wer Ersatzteile braucht, muss sich diese kaufen. Wichtig ist dem Team noch, dass das Angebot keine Konkurrenz für die Schermbecker Handwerker sein soll. Die Botschaft ist angekommen. Ein Geschäft auf der Mittelstraße, das zufällig auch „Reparaturservice“ heißt, will mit dem Netzwerk zusammenarbeiten.