„Die Hand“ weist Richtung Rathaus

Kunst vor dem Bau, dem Rathaus.
Kunst vor dem Bau, dem Rathaus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Jeder kennt sie vom Vorbeigehen, doch nicht jeder weiß etwas über sie: die Skulptur im Rathausinnenhof, die seit 1981 dort steht.

Wesel..  Wer das Rathaus besucht oder die Passage durchquert, wird sie schon oft gesehen haben. Die Skulptur von Peter Theunissen schmückt immerhin seit fast 34 Jahren den Innenhof des städtischen Verwaltungssitzes. Doch meist wird solch ein Werk nur flüchtig wahrgenommen, ohne das man sich darüber Gedanken macht.

Erfreuliche Bereicherung

Bei der Skulptur handelt es sich um einen Bronzeguss nach einer Holzplastik. Kostenpunkt damals: rund 50000 D-Mark inklusive Holzoriginal. Der Bildhauer Peter Theunissen, der vom Niederrhein stammt, damals aber bereits in Frankreich lebte und deshalb zum Vornamen Pierre übergegangen war, hatte drei Jahre zuvor in der Galerie im Centrum ausgestellt. Der damalige Kulturamtsleiter Werner Arand würdigte ihn entsprechend. Theunissen gehöre in Frankreich wie in Deutschland zu den anerkannten Künstlern der mittleren Generation. Seine Arbeiten hätten Gewicht, stünden fest auf dem Boden. Leichtigkeit oder gar etwas Schwebendes finde man bei ihm nie.

Die Skulptur mit dem Titel „Die Hand“ sollte ab Ende Oktober 1981 Leben in den etwas nüchternen Rathaushof bringen, hieß es damals. Und so kam die Kunst zum Verwaltungssitz, was als „erfreuliche Bereicherung des Weseler Kunstbesitzes und der Kunst im öffentlichen Raum“ gewertet wurde. Das Holzoriginal fand dagegen seinen Platz im Städtischen Museum, dessen Bestände in der Regel nicht sichtbar sind, weil es ein Museum im üblichen Sinne nach wie vor nicht gibt.

Ausstellungen in Paris

Die Enthüllung nahmen am 28. Oktober 1981 der Beigeordnete Werner Schepers und der Technische Beigeordnete Hansjörn Dimel vor. Schepers bezeichnete das Werk scherzeshalber als „die öffentliche Hand, die Richtung Düsseldorf zeigt“, wie einen Tag später in der NRZ nachzulesen war. Diese Äußerung lässt den Schluss zu, dass sich bis heute nichts geändert hat. Geld wird nach wie vor und vielleicht sogar mehr denn je in der Kreisstadt benötigt. „Die Stadt kann stolz auf dieses Kunstwerk sein“, sagte Schepers damals weiter, „denn gerade wenn bei der Kultur gespart wird, wird die Stadt geschichts- und kulturlos“.

Theunissen, der durch seinen frühen Weggang vom Niederrhein eher Franzose ist, arbeitete damals gern mit dem grobporigen, aber sensiblen Palmenholz aus der Provence, seiner neuen Heimat. Dort stellte er auch bevorzugt aus. In Nizza, in Cannes, in St. Etienne und immer wieder in der Hauptstadt Paris. Auch die Auszeichnungen, mit denen er sich schmücken kann, sind französischen Ursprungs, wie der Prix du Palais de la Méditerranée 1967 oder der Prix de L’Objouet ein Jahr später. Werke des Niederrheiners und späteren Franzosen Pierre Theunissen, finden sich zum Beispiel im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris und im Musée d’Art Contemporain de Dunkerque.