Die Hand geben anstatt Küsschen

Inke Greve-Richter vom FOM begrüßte aller Schüler per Handschlag.
Inke Greve-Richter vom FOM begrüßte aller Schüler per Handschlag.
Foto: WAZ FotoPool
Gesamtschule Arbeitsagentur und FOM machten Schüler „fit for future“. Rund 100 junge Leute erfuhren dabei unter anderem, dass es beim Einstieg in einen Beruf nicht nur um möglichst gute Schulnoten geht

Wesel..  „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.“ Das ist so ein schlauer Spruch. Dass mehr dahinter steckt, wurde über 100 Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule gestern deutlich. Sie erfuhren im Rahmen eines „Business-Knigges“, dass es beim Einstieg in einen Beruf nicht nur um möglichst gute Schulnoten, inhaltliches Interesse und Zusatzqualifikationen geht, sondern auch um Kommunikations- und Teamfähigkeit und bestimmte Formen des Auftretens im Geschäftsleben. „Fit-for-Future-Day“ nannte sich die ganztägige Veranstaltung für die Jahrgangsstufe Q 1, die in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Hochschule FOM durchgeführt wurde.

„Was ist seriös?“, fragte Inke Greve-Richter, wie Anja Weber FOM-Dozentin und gestern an der Schule als Trainerin in Sachen „Business-Knigge“ im Einsatz, wofür der in allen Klassen aushängende Schul-Knigge bereits eine gute Grundlage bot. Aber die Bereiche unterscheiden sich doch: Die Hand geben und dabei freundlich in die Augen sehen auf der einen, Begrüßungsküsschen auf der anderen Seite schließen einander aus. „Straight“ und selbstbewusst sein, die passende Kleidung tragen, meinten die Schüler, das sei im Berufsleben wichtig.

Intensive Zusammenarbeit

Sehr gefragt war auch die Beratung durch Barbara Sieg von der Agentur für Arbeit, die regelmäßig monatlich in die Gesamtschule kommt. Ihre nächsten beiden Beratungstage sind bereits komplett ausgebucht.

Christina Vogeler, Studienberaterin im FOM-Studienzentrum in Wesel, lobt die intensive Zusammenarbeit mit der Agentur und den Schulen im Kreis Wesel, mit gegenseitiger Ergänzung. Angesichts der vielen beruflichen Möglichkeiten und Ausbildungsformen sind die Schüler oft unsicher, wissen ungefähr, welche Richtung sie einschlagen wollen, aber vieles andere, auch in Sachen Bewerbung, nicht. „Die sind sehr engagiert“, sagt Christina Vogeler. Es sei „ein absoluter Irrglaube, dass die Schüler keine Lust haben“.

„Keiner von uns will sie in eine bestimmte Richtung drängen“, versichert sie. Das gelte auch für die FOM als private und entsprechend finanzierte Einrichtung: „Wenn wir meinen, ein Studiengang sei für jemanden nicht geeignet, sagen wir ihm das.“ Die Nähe zur FOM am Großen Markt ist ein Plus: Schüler können hier auch bei Vorlesungen reinschnuppern.

Die Gesamtschule ermöglicht ihren Schülerinnen und Schülern darüber hinaus Kontakte mit anderen Bildungseinrichtungen, wie Sarah Toepper, Beauftragte für die Studien- und Berufswahlorientierung in der gymnasialen Oberstufe, sagt: So war der Studienbotschafter der Hochschule Niederrhein aus Krefeld/Mönchengladbach vor Ort, und es gibt eine Fahrt zur Universität Duisburg-Essen mit dem Besuch von Vorlesungen und anderen universitären Einrichtungen. „Intensiv, aber sehr informativ und lohnend“, lautete das von Schülern zu hörende Fazit zum „Fit-for-Future-Day“.