Die Freude, wenn es allen schmeckt

Robert de Witte, Küchenchef der Niederrheinhalle, zeigt dem Nachwuchs, wie’s geht.
Robert de Witte, Küchenchef der Niederrheinhalle, zeigt dem Nachwuchs, wie’s geht.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Miniköche lernen praktisch, aber auch in der Theorie. Und sie haben Spaß daran.

Wesel..  Was konnten Sie mit zehn Jahren schon kochen? Champignon-Cremesuppe, gemischten Salat mit Joghurt-Dressing oder Rahmgeschnetzeltes mit Gemüsereis? Diese Gerichte standen am Samstag auf dem Tagesplan beim Lerntreffen der Mini-Köche.

Die 15 Kinder, die zwischen zehn und zwölf Jahre alt sind, treffen sich seit November monatlich unter Leitung von Sabine Schwarz-Schellewald, um gemeinsam zu brutzeln. Unterstützung bekommen sie dabei von den ausgebildeten Köchen in den Partner-Betrieben – so auch am Samstagmittag in der Niederrheinhalle.

Die Pfannen und Töpfe ließen die Kinder staunen. „Ich hätte nie gedacht, dass die so groß sind!“, gesteht der zehnjährige Tim.

Ungeliebte Zwiebel

An drei Stationen konnten sich die Kinder das Grundwissen für die Gerichte erarbeiten. Unter Anleitung übten sie sich darin, eine Zwiebel zu schneiden wie die Profis; Fett vom Fleisch entfernen, Feldsalat aufzubereiten und große Karotten mundgerecht zubereiten. Für die Kinder werden das Kochen und die Arbeiten drumherum immer einfacher.

Am wenigsten beliebt ist jedoch die Zwiebel: „Alles andere macht viel Spaß, aber Zwiebeln schneiden nicht“, sagte die 13-jährige Viktoria aus Hamminkeln mit Tränen in den Augen.

Die verschiedenen Gerichte servierten sie sich dann im Anschluss gegenseitig im Parkettsaal, den sie selbst eindeckten. Die Köche ließen es sich schmecken - da hat sich die Mühe gleich noch mehr gelohnt. Dazu gab es noch einen frischen Cocktail mit Kirschsaft, Ginger Ale und Limette.

Die Rezepte dürfen die Kinder natürlich mit nach Hause nehmen, ein Grund zur Freude für viele Eltern. So auch für die Eltern des elfjährigen Marcel aus Wesel: „Mittlerweile kocht sogar die ganze Nachbarschaft unsere Rezepte, manchmal helfe ich ihnen auch dabei.“ Er hat gemerkt, dass er seit Beginn des Projektes noch mehr zu Hause kocht und zubereitet, meist Suppe oder Salate.

Sein Traumberuf, der steht schon lange fest: Koch! „Ich mag es einfach den Menschen eine Freude zu machen, ich mag es wenn es ihnen schmeckt“, erzählt er.

Nicht nur praktisch wird bei den Mini-Köchen gearbeitet. Zu einem guten Koch gehört auch viel theoretisches Wissen. So mussten die Kinder einen Tag lang aufschreiben, was sie essen. „Spaghetti Bolognese reicht nicht, sie müssen da schon schauen, was alles enthalten ist“, erklärt Leiterin Schwarz-Schellewald.

„Das war etwas merkwürdig und ungewohnt“, findet Viviane (12) aus Straelen. Doch seitdem sie bei den Mini-Köchen ist, esse sie noch viel bewusster. „Man lernt, was gesund ist“, freut sie sich.

Im Moment arbeiten sie mit der Ernährungspyramide. In eine leere Pyramide sollen sie nun ihr Essverhalten übertragen. „Das können sie auch gerne mit ihren Eltern machen“, so Schwarz-Schellewald, die sich freut, wenn auch die Erwachsenen für ein gesünderes Essverhalten sensibilisiert werden.

Auf dem jüngsten Treffen lernten die Kinder bereits eine Hochzeitsuppe mit Rindfleisch zu kochen, von der sie sehr begeistert waren: „Die Suppe war das tollste, was wir bisher gemacht haben“, findet die zehnjährige Linn aus Hünxe.

Nächstes Mal geht es für die kleinen Profis in die Kantine von Gigaset in Bocholt. Auf dem Speiseplan stehen dann selbst gemachte Nudeln. Neulich bekamen die Kinder schon ein eigenes Spätzle-Brett und ihre Kochmütze überreicht.