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"Die Chance des Lebens"

25.03.2009 | 20:00 Uhr

Die Dingdener Akademie Klausenhof feiert Geburtstag: Sie besteht seit 50 - bewegten - Jahren.

Ein Jubeljahr kündigt Dr. Alois Becker zum 50. Geburtstag der Dingdener Akademie Klausenhof an. Der Leiter der Bildungseinrichtung mit über 200 Mitarbeitern ist stolz, dass sie Höhen und Tiefen gemeistert und weit über Deutschland hinaus gewirkt hat. Absolventen finden sich als Professoren in den USA oder Dolmetscherinnen in Südkorea. Viele Ehemalige werden erwartet. „Wer mal für längere Zeit im Klausenhof war, der lässt ihn nicht mehr so richtig los”, sagt Dr. Becker.

Angefangen hat die Geschichte offiziell am 31. Mai 1959, als Kardinal Frings als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz die Einweihung vornahm. Nachdem die Katholische Landjugendbewegung zuvor anderenorts separate Kurse für die Mannes- und Frauenjugend angeboten hatte, wurde eine Dingdener Villa mit Park unter Federführung des Landwirtschafts- und des Jugendministeriums zu einer von drei deutschen Landjugend-Akademien und Dingden zur Bundesstelle der Bewegung. Schließlich markiere es geographisch die Mitte Europas, soll der zuständige Münsteraner Prälat Wissing mit Karte und Zirkel bewiesen haben.

Info
Großes Programm

Mit neuem Logo, neuer Homepage, neuen Fahnen und einem neuen Wartehäuschen an der Bushaltestelle auch für die Dingdener geht die Akademie Klausenhof ins Jubiläumsjahr. Das begann mit einem eigenen Karnevalswagen nebst -schlager und setzt sich fort mit Veranstaltungen von Bildungseinrichtungen und der Regionalkonferenz Weiterbildung, mit Ehemaligen-Treffen, hochkarätigen Referaten zur Finanz- und zur Welternährungskrise, einem Tag der offenen Tür, einem Fest und einer Wallfahrt zum Schweizer Lebensort des Patrons in die Schweiz für die Mitarbeiter und der Jubiläumsfeier mit Weihbischof Dr. Overbeck und Ministerin Barbara Sommer am 2. Juli.

Ihren Namen erhielt die Akademie nach dem Schutzpatron, dem heiligen Klaus, der im 16. Jahrhundert in der Schweiz in seiner Eremitage die Werte eines nicht konsumorientierten Lebens aufzeigte. Die Schweizern verehren ihn als Nationalheiligen und Retter vor einem Bürgerkrieg.

Die Schwerpunkte der Akademie wandelten sich. In den 60er Jahren, als es 80 Betten in Doppel- und Dreibettzimmern mit fließend kaltem Wasser gab, wurden Entwicklungshelfer und Bildungsreferenten ausgebildet. Danach gab es einen Knick: „1970/71 stand der Klausenhof zur Disposition”, so Dr. Becker. Pläne, eine katholische Fachhochschule draus zu machen und Sozialpädagogen auszubilden, scheiterten.

Das Arbeitsförderungsgesetz von 1969 schuf neue Betätigungsfelder für die berufliche Fort- und Weiterbildung. Landwirte wurden zu Bürokaufleuten umgeschult, besonders Begabte für den Besuch pädagogischer Hochschulen fit gemacht. 1973 kam der Schwerpunkt Integration hinzu, als angeworbene koreanische und später auch philippinische Krankenpflegekräfte nach einem einmonatigen Deutschkurs in die Krankenhäuser gingen. Mit Schulabschlusskursen für Migranten, darunter über 4500 Jugendliche, betrat die baulich und bettenmäßig auf heute 580 angewachsene Akademie Neuland.

Ende der 70er Jahre wurde die Qualifizierung Arbeitssuchender in der Region und die Lernvorbereitung für Lernschwache aufgenommen. Ausbildungsinitiativen stehen jetzt auf der Agenda. Kürzere Projekte lösen die einst langfristigen Kurse ab. Die Finanzierung sei schwieriger geworden und „teils im Grenzbereich”, sagt der Akademie-Leiter. Bei Ausschreibungen müssen sich die Dingdener im Wettbewerb behaupten. E-Mails wie die einer früheren Teilnehmerin, die die Akademie als „die Chance des Lebens” bezeichnen, seien da Balsam.

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