Die bunte Begrüßung muss weg

Eine beliebte Stelle fürs wilde Plakatieren ist der Zaun entlang der B 58/Ecke B 8 am Lippestadion.
Eine beliebte Stelle fürs wilde Plakatieren ist der Zaun entlang der B 58/Ecke B 8 am Lippestadion.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wildes Plakatieren wird in Wesel nicht gern gesehen und notfalls auch geahndet. Vor allem entlang der Hauptzufahrtsstraßen ist das ein Problem.

Wesel..  Es ist ein bunter Empfang, den so mancher Veranstalter den Weselern, aber auch den Durchreisenden zu Ostern beschert hat. Vor allem entlang der Hauptzufahrtsstraßen in die Stadt haben sie ihre Termine plakatiert und machen somit kostenlos Werbung. Auch ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung entdeckte dies im Vorbeifahren und handelte mit Dienstbeginn im Rathaus schnell. Denn erst vor kurzer Zeit war das wilde Plakatieren und das uneinheitliche Ausschildern von Firmen und Betrieben ein großes Thema in den Reihen der Politik. Es soll nicht länger geduldet und geahndet werden, so das Ergebnis von Diskussionen.

Für ein ordentliches Stadtbild

Schließlich möchte man ein ordentliches Stadtbild, das nicht durch Werbung verunstaltet wird. Der zuständige Beigeordnete im Rathaus, Klaus Schütz, erklärt, wie’s läuft. Zunächst wird dem Veranstalter eine 24-Stunden-Frist eingeräumt, um die Plakate abzunehmen. Diese werde in aller Regel auch eingehalten. Sei dies allerdings nicht der Fall, kann es teuer werden. Dann rücken nämlich Mitarbeiter des städtischen Betriebs ASG (Abfall, Straße, Grünflächen) aus und entfernen die Plakate - auf Kosten des Veranstalters. „Ersatzvornahme“ heißt dieses Vorgehen im Bürokratendeutsch. Die Rechnung folgt postwendend.

Seit Juni vergangenen Jahres wird bei der Stadtverwaltung eine Liste geführt, in der genau festgehalten ist, wer wann wo etwas aufgehängt und möglicherweise auch wieder abgenommen hat. Knapp 80 Fälle stehen dort, sagt Schütz, wobei in gut zehn Fällen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet wurde - sprich: die Plakatierer mussten ein Verwarngeld zahlen. Wie hoch dies ausfällt, hängt von der Vielzahl und der Größe der Plakate ab, bewege sich aber nicht etwa nur im Bereich eines Knöllchens, sagt der Verwaltungsfachmann.

Bevorzugte Stellen für die bunten Plakate sind naturgemäß die, wo viele Menschen vorbeikommen und vielleicht auch ein wenig verweilen müssen. Da ist die Kreuzung Bundesstraße 8/B 58 nahe der Rheinbrücke geradezu ideal. Am Zaun des Lippestadions und am Ring hängen deshalb immer wieder Plakate. Mal für das Hüpfburgenland, wie gestern Vormittag noch, mal für einen Second-Hand-Markt oder aber auch für das Wies’n-Fest im Rheinbad, das bekanntermaßen von den Bädergesellschaft, einer Stadtwerketochter, veranstaltet wird. Dass ausgerechnet sie sich nicht an die städtischen Regeln hält, ist besonders pikant und veranlasst den Beigeordneten dazu zu schweigen anstatt sich auf NRZ-Anfrage zu äußern.