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Diakoniestiftung im Aufwind

23.01.2015 | 18:03 Uhr
Diakoniestiftung im Aufwind
Birgit Breidenbach, hier bei einem Auftritt mit dem Emsland Ensemble.Foto: Gerd Hermann

Schermbeck.   Am Sonntag gibt es ein Benefizkonzert in der St. Georgskirche. Ein Dankeschön für Spender und Stifter

„Der Baum ist gut gewachsen“, sagt Wilfried von Krosigk und meint damit die Entwicklung der Diakoniestiftung. Vor acht Jahren mit einem Startkapital von 120 000 Euro gegründet (mehr ließen kirchliche Vorgaben nicht zu), machen Kapital und freie Rücklagen („ein Pufferkonto“) heute rund 280 000 Euro aus. Als Dankeschön für die Stifter und Spender gibt es am Sonntag, 25. Januar, ab 17 Uhr ein Konzert mit Birgit Breidenbach und dem Pianisten Peter von Wienhardt in der St. Georgskirche. Zu hören sind Kompositionen von Brahms, Schubert, Kreisler und Lindenberg. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um Spenden gebeten.

Kapital aufstocken

„Der Reinerlös ist für den Kapitalstock“, sagt von Krosigk, der mit Anette Rehmann, Hannelore Karbenk, Brigitte Straus und Wolfgang Bornebusch dem Stiftungsrat angehört. Bornebusch, lange Jahre Pfarrer an St. Georg, folgte Klaus Groll, der Ende 2014 verstorben ist. Bornebusch organisiert auch die Benefizkonzerte, die es seit 2007 jährlich gibt.

Zwei Aspekte sind der Stiftung wichtig: Obwohl unter dem Dach der evangelischen Kirche beheimatet, fehlt die Konfession im Namen bewusst. Weder Spender noch Stifter müssen der Gemeinde angehören, auch die Ausschüttungen können außerhalb liegen. Bornebusch nennt als Beispiel die Flüchtlinge, für die sich die Kirche auch verantwortlich fühle.

Und: „Diakonie beinhaltet viel mehr“, sagt von Krosigk - dies gehe über den oft gedachten Kranken- und Seniorenbereich hinaus. So betreibt die evangelische Kirchengemeinde zwei Kindertagesstätten, die offene Jugendarbeit, „diverse Beratungen“ im Familienzentrum und engagiert sich über die Jugendleiter in der Offenen Ganztagsschule. Zu sieben Stunden Jugendarbeit kommen die Freizeitangebote. Die Folge: 46 bis 47 Prozent des Haushalts der Kirchengemeinde (mehr als eine Million Euro) entfielen auf die Diakonie. Zwar wird viel durch die öffentliche Hand refinanziert, aber im Vorjahr hatte die Gemeinde rund 97 300 Euro Eigenmittel aus der Kirchensteuer aufzubringen. Aber diese Quelle sprudelt schwächer: Bereits vor Jahren errechnete der damalige Presbyter Hans Zelle, dass weniger als die Hälfte der Gemeindeglieder Kirchensteuern zahle. Diesem Trend wollte die Gemeinde mit der Stiftung entgegen treten.

Die Zahlen des Vorjahres: Rund 13 570 Euro kamen als Zuwendungen und 7000 Euro an Zinsen zusammen. Trotz des niedrigen Zinsniveaus bringen die langfristigen Anlagen immerhin rund 2,5 Prozent Ertrag im Jahr.

Wer hat von den Zuwendungen profitiert? 22 500 Euro erhielten die Kitas, 9000 Euro das Familienzentrum, 5500 Euro die offene Jugendarbeit, 5000 Euro das Netzwerk, 1120 Euro die Familien- und Frauenhilfe, 22 500 Euro der offene Ganztag. Das sind in acht Jahren unterm Strich 57 920 Euro. Vor dem Hintergrund sieht der Rat die Stiftung als „Erfolgsgeschichte“. Bornebusch erklärt die Entwicklung auch mit dem „Ewigkeitswert“ einer Stiftung. Wer den Kapitalstock fördere (er ist unantastbar), handele sehr langfristig.

Andreas Rentel

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Diakoniestiftung im Aufwind
Diakoniestiftung im Aufwind
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2015-01-23 18:03
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