Der Rhein ist der schönste Arbeitsplatz der Welt

Achim Grunwald geht zur Kontrolle auf ein anderes Schiff - während der Fahrt.
Achim Grunwald geht zur Kontrolle auf ein anderes Schiff - während der Fahrt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die NRZ fuhr mit der Wasserschutzpolizei Streife auf dem Rhein. Die Beamten erledigen vielfältige Aufgaben, kontrollieren etwa Schiffe und den Uferbereich

Wesel..  Zugegeben – schon allein vom Zusehen wird einem ein wenig mulmig zumute. Zumindest, wenn man nicht ganz schwindelfrei ist und auch ein wenig Höhenangst hat.

Von einem Boot aus hinübersteigen auf ein Schiff – und das mitten auf dem Rhein während der Fahrt. Das erfordert Mut. Wir sind aber nicht etwa mit einer Gruppe von Stuntmen unterwegs. Nein, wir sind auf Tour mit der Wasserschutzpolizei.

Holger Piekorz (50), Achim Grunwald (53) und Patrick Michels (40) fahren an diesem Tag, an dem die Wolken so tolle Bilder in den Maihimmel zeichnen, mit dem Polizeiboot WSP 13 Streife auf dem Rhein. Es ist ein ruhiger Tag auf dem Strom, Routine für die Beamten. Den Rheinabschnitt von Götterswickerhamm bis kurz vor Rees haben sie fest im Blick, außerdem die Häfen sowie den Wesel-Datteln-Kanal bis hin zur Schleuse Friedrichsfeld. „Das ist der schönste Arbeitsplatz der Welt“, schwärmt Achim Grunwald und lässt seinen Blick schweifen – über das Wasser, das im Sonnenlicht funkelt, die Gebäude des Weseler Hafens am einen Ufer, grüne Auenlandschaften auf der anderen Seite.

Doch so schön das alles auch ist, darum geht es in dem Job natürlich nicht. Auch an einem ruhigen Tag haben die Wasserschutzpolizisten einiges zu tun. Schiffskontrollen etwa, für die Grunwald während der Fahrt von der WSP 13 direkt auf die Schiffe steigt. Stichprobenartig werde kontrolliert, erklärt der 53-Jährige. „In etwa so wie bei Lkws auf der Straße.“ Die Besatzung wird ebenso unter die Lupe genommen wie die Beladung – Tankschiffe in etwa alle 14 Tage, Schiffe mit regulären Gütern alle zwei Monate. Anhand einer Identifikationsnummer lässt sich nachvollziehen, wann ein Schiff zuletzt kontrolliert wurde.

Fahrgastschiffe und Sportboote kontrolliert die Wasserschutzpolizei ebenso, die Beamten überwachen aber beispielsweise auch die Fischerei, Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete, bearbeiten Schiffsunfälle oder bieten Schiffsleuten Hilfeleistungen.

Ein breites Spektrum an Aufgaben, die Patrick Michels aber viel Freude bereiten. Der 40-Jährige ist noch recht neu im Team, war vorher bei der Kripo Düsseldorf und bearbeitete zuletzt Anzeigen im Büro. „Das war aber nicht meins, so im Büro“, sagt er. „Ich wollte raus, im Team arbeiten und Kontakt zu Menschen haben.“ All das biete ihm die Tätigkeit bei der Weseler Wasserschutzpolizei. „Deshalb komme ich auch jedes Mal mit einem Lächeln zur Arbeit.“