Der Mann mit der Ente wird zum Esel
11.11.2009 | 18:27 Uhr 2009-11-11T18:27:00+0100
Wesel. Mit einer roten Pappnase hat man ihn zwar schon mal gesehen, doch ein Narr ist Hermann van Veen nicht. Der 64-jährige Niederländer verfügt allerdings über viel Bühnenerfahrung, gilt als Mann der leisen Töne und ist mit Auszeichnungen reich gesegnet.
Dem Ritter im Orden von Oranien Nassau, der auch mit dem Silbernen Bären geehrt wurde und die Goldene Kamera hat, wird am Sonntag, 14. Februar, in der Niederrheinhalle der Eselorden umgehängt: Hermann van Veen.
Die Präsidentin des Närrischen Parlaments, Ulla Hornemann (SPD), enthüllte zum Auftakt in die Session 2009/2010 das mit einem roten Tuch verhüllte Porträt des Sängers und Kabarettisten zusammen mit ihrem Stellvertreter Frank Schulten (CDU) und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Der Karnevalsstart wurde im Beisein von etwa einem halben Dutzend Jecken im Kolpinghaus vollzogen.
Wenn erstmal die Japaner kommen...
Anders als seine Vorgänger hat sich Hermann van Veen keiner Weseler Eselei schuldig gemacht. Nein, man setze nun bewusst auf den Vater der Zeichentrickente Alfred Jodocus Kwak, der „ein netter, freundlicher, kinderlieber Mensch” ist, wie Wilhelm Hermsen vom Team Stadtwerbung findet. Eine Eselei im negativen Sinne sei kein Muss und gar nicht wichtig. Im Gegenteil: Der Esel soll positiv daherkommen und van Veen dazu beitragen, „das ohnehin gute Image von Wesel weiter zu verbessern”.
140 Tonträger und über 60 Bücher gibt es von Hermann van Veen, der 1972 von Alfred Biolek für das deutsche Publikum entdeckt wurde. Am 22. April ist der Künstler und dann auch Esel-ordenträger im Bühnenhaus zu sehen, mit seinem Programm „Im Augenblick”.
Ulla Hornemann hat schon genaue Vorstellungen von dem, was der gebürtige Utrechter bewirken kann: Fünf bis zehn Busse mit Reisenden aus Japan könnten Tag für Tag zum Großen Markt kommen, um das noch zu errichtende Denkmal mit der mutigen Ente Kwak und der Eule Theophilius zu bewundern und abzulichten. Denn beide Kunstfiguren haben im Land der aufgehenden Sonne Kultstatus. Wäre das schön, wenn so viele Menschen vorbeischauten, wie sonst nur in Heidelberg oder am Schloss Neuschwanstein, schwärmte Hornemann.
Seit einigen Jahren sollte Hermann van Veen zum Esel von Wesel werden – jetzt hat es endlich geklappt. Nicht ganz unschuldig daran ist die Gocher Agentur Noah, die die Stadt Wesel seit Jahren bei der NRW-Cityoffensive „Ab in die Mitte” begleitet und die Hermann van Veen als Partner hat. Schließlich soll in dem niederrheinischen Städtchen auch das Kwak-Haus der Hermann van Veen-Stiftung für Jugendliche in Extremsituationen entstehen.
Hermann van Veen wird der 34. Weseler Eselordenträger und der zweite Niederländer nach Gauke Loopstra sein, der die jecke Auszeichnung erhält. Er löst damit Fritz Pleitgen ab, der zuletzt in den Genuss kam, auf dem Esel in der Niederrheinhalle sitzen zu dürfen.
12:43
Herzlichen Glückwunsch, dieser internationaler Kabaretist, der sich sehr um Kinder, Menschen und Umwelt kümmern und sensible Beiträge produziert, hat mich schon oft nachdenklich gemacht. Ein megasuper Esel!
12:33
Das kann wohl niemand beantworten. Da besteht zu Wesel keinerlei Bezug, abgesehen davon, dass er im Bühnenhaus mal einen Auftritt haben wird.
Sicherlich ist der Mann sozial engagiert, was ihn ehrt, aber davon gibt es in unserer Stadt sicherlich einige. Also, liebes närrische Parlament: Fehlentscheidung !
12:00
Die Auswahl für den Eselsordenträger für die Session 2009/10 finde ich gut. Aber, kann mir mal jemand sagen warum er den Orden erhalten soll?
Das geht aus dem Artikel m. E. nicht eindeutig hervor! Besten Dank im voraus für die Antwort.