Der Geist der Nächstenliebe und Verantwortung

Eva Pankok mit  Romani Rose
Eva Pankok mit Romani Rose
Foto: Funke Foto Services
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Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, würdigt Eva Pankoks Wirken

Hünxe..  Mal sind es zarte, helle Farben, wie im „Lavendelfeld vor Kapelle“ von 2004, mal kräftige Blautöne, wie bei „Steine an der Ostsee“ von 1957, doch eines haben sämtliche Werke von Eva Pankok gemein: Sie sind farbenfroh. Und das ist nicht das Einzige, mit dem sie sich von denen ihres berühmten Vaters Otto Pankok unterscheiden. Auch sind seine Bilder wesentlich bekannter. Doch zu ihrem 90. Geburtstag zieren nun ihre Werke die Wände des Otto-Pankok-Museums Haus Esselt: Am Sonntag wurde die Ausstellung „Von der Liebe zur Schöpfung“ feierlich eröffnet.

Im Mittelpunkt standen hier allerdings weniger die großformatigen Öl- und Aquarellbilder der Künstlerin, die zumeist Landschaften und Naturmotive wie Blumenwiesen, Rosenstöcke oder Meerblicke zeigen. Viel mehr ging es um das Leben der Eva Pankok, als Tochter ihres Vaters und später auf ihren eigenen Wegen.

Als Gastredner sprach sich beispielsweise Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, lobend über die Familie Pankok aus: „Eva hat den entbehrungsreichen Weg ihrer Eltern bis zuletzt geteilt“, beschrieb er die Zeit während des Zweiten Weltkriegs, in der die Familie ein jüdisches Ehepaar versteckt hielt, und sprach von Otto Pankoks „Geist der Nächstenliebe und der Verantwortung, der Geist, den Eva Pankok Zeit ihres Lebens weiter getragen hat.“ Nachdem sie schon früh durch ihren Vater in Kontakt mit den Sinti und Roma in Düsseldorf gekommen war, machte sie sich vor allem in den Nachkriegsjahren um die Bevölkerungsgruppe verdient: „Eva gab ihnen Papier und Farben. Sie wollte ihnen helfen, sich von ihren furchtbaren Erinnerungen zu befreien.“

„Nach dem Tod des Vaters hat sich Eva Pankok unermüdlich dafür eingesetzt, das Erbe ihres Vaters zu bewahren“, so Rose weiter, deshalb gerate schnell aus dem Blick, dass sie selbst auch Künstlerin ist. In den farbenfrohen Provence-Bildern zeige sie, wie sie ihren eigenen Weg gegangen ist, im Zeichen der humanistischen Ideale ihres Vaters. „Ich will nur sagen: Mach weiter so!“, schloss Rose seine Lobrede.

Neben Romani Rose erzählten auch Dr. Norbert Fasse, Vorstandsmitglied der Otto-Pankok-Gesellschaft, und Hildegard Peters, Evas älteste Freundin und ebenfalls Künstlerin, aus dem bewegten Leben der Familie. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Mustafa Zekirov, einem mazedonischen Sänger und Gitarristen mit Roma-Wurzeln. Er präsentierte, gemeinsam mit einem Akkordeonspieler, verschiedenste Stücke aus seinem Kulturkreis, mal langsam, fast traurig, mal flott und fröhlich. Ein Programm, das insgesamt großen Anklang bei zahlreichen Kulturbegeisterten fand – das Haus war so voll, dass einige Gäste in einem angrenzenden Festzelt untergebracht wurden, in dem Reden und Musik auch zu hören waren.