Der Garten ist ihr Ein und Alles

42 Parzellen hat die Feldmarker Kleingartenanlage.
42 Parzellen hat die Feldmarker Kleingartenanlage.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Karin Wiedenhöft baut seit mehr als 50 Jahren auf ihrer Parzelle in der Weseler Kleinagrtenanlage „Am Tannenhäuschen“ Obst und Gemüse an.

Wesel..  „Was mir mein Kleingarten bedeutet?“ Karin Wiedenhöft muss nicht lange überlegen und antwortet wie aus der sprichwörtlichen Pistole geschossen: „Alles!“ Und wer ihre liebevoll gepflegte Parzelle ansieht und weiß, wie lang die 75-jährige Rentnerin ihr kleines privates Paradies schon bewirtschaftet und genießt, der glaubt ihr das auch. Seit 51 Jahren gibt es den Kleingartenverein „Am Tannenhäuschen“, im vergangenen Jahr wurde Jubiläum gefeiert. Und genau so lange ist Karin Wiedenhöft schon mit dabei. Sie ist das einzige noch lebende und aktive Gründungsmitglied.

„Und dabei hatte ich zuerst gar keine Lust auf einen Garten“, erinnert sich die lebenslustige Frau, die in der Feldmark, nur fünf Minuten zu Fuß entfernt von ihrem Garten lebt, lachend. In jungen Jahren war sie mit ihren Eltern nach Südafrika ausgewandert und dann später mit ihrem Mann nach Wesel gezogen, der hier Arbeit gefunden hatte. „Ich wollte keinen Garten, ich wollte zurück nach Südafrika“, sagt sie. Schließlich ließ Karin Wiedenhöft sich aber doch von der Leidenschaft Kleingarten anstecken. Eine Liebe, die sie bis heute nicht mehr losgelassen hat.

Selbstversorgerin

Es ist einerseits die Arbeit im Garten, die der 75-Jährigen unheimlich viel Freude macht. Salat, Rotkohl, Erdbeeren, Zwiebeln oder auch Kräuter – Karin Wiedenhöft baut viel Obst und Gemüse an. „Ich bin quasi Selbstversorgerin, was Obst und Gemüse betrifft“, sagt sie. „Kaufen muss ich nur ganz selten etwas. Was ich nicht frisch essen kann, wird eingefroren. So habe ich den ganzen Winter über etwas davon.“ Neben Gemüse hat die Rentnerin, die die Parzelle mittlerweile allein pflegt, auch immer Blumen in ihrem Garten. „Petunien mag ich am liebsten“, sagt sie. Beinahe täglich kommt sie in ihr Refugium, schaut nach dem Rechten, kümmert sich um ihre Pflanzen oder genießt es ganz einfach, an der frischen Luft zu sein.

Was Karin Wiedenhöft aber genauso sehr genießt wie die Arbeit im Garten, ist der Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern, das Miteinander in der Kleingartenanlage. „Zu Hause bin ich allein“, sagt sie. „Hier treffe ich immer Leute, habe jemanden zum Plaudern.“

Die 75-Jährige betreut das Vereinshaus im Eingangsbereich der Anlage, das die Mitglieder in den Jahren 1982 bis 1984 komplett in Eigenleistung erbauten. Genutzt wird es etwa für Geburtstagsfeiern, auch das jährliche Sommerfest oder der monatliche Skat-Abend finden hier statt. Die Frauen des Kleingartenvereins treffen sich ebenfalls einmal im Monat zu Kaffee und Kuchen dort.

Geplaudert und sich ausgetauscht wird aber natürlich nicht nur im Vereinshaus, sondern auch mal über die Hecke oder den Gartenzaun. Und das übrigens nicht nur untereinander: Besucher sind auf der Feldmarker Anlage jederzeit willkommen.