Der Faktor Mensch als Vorteil

Wesel..  Die Handy-Nutzung unterstützen – per W-Lan im Laden wie in der Fußgängerzone, die nach der Information im Laden oft erst zu Hause erfolgende Kaufentscheidung und -handlung „mitdenken“ und begleiten, die digitale Zusammenstellung von Warenkörben nebst Abholung oder Lieferung (auch bei Retouren) nannte Prof. Heinemann als Ansätze der Kombinatin von Online- und Offline-Handel. Er forderte unter anderem, die lokale Nähe zu den Kunden zu nutzen, weniger Reglementierungen (Öffnungszeiten, Baunutzung), die Verhinderung von Ansiedlungen auf Großflächen am Stadtrand. Auch die bequeme Verfügbarkeit einkaufsnahen Parkraumes, von Zuhörer Rudolf Spelmanns angesprochen, sei ganz wichtig.

„Warum machen wir unseren Kunden den Wechsel ins Internet so leicht?“, fragte Elmar Fedderke und sprach vor dem Hintergrund eigener Erfahrung als bekennender stationärer Händler, den „Faktor Mensch“ an, den das Internet nicht bieten könne. Die ewigen Rabatt-Aktionen sorgten nicht für Kundenbindung. Mit der „Besinnung auf Grundtugenden“ müssten sich die Einzelhändler Vorteile im Wettbewerb verschaffen. Selbstkritik und Selbstkontrolle seien wichtig und die Bereitschaft, den Blickwinkel des Kunden einzunehmen, der unterschiedliche Erwartungshaltungen zeige.

Aktionen, die menschliche Begegnungen beinhalten, empfahl er und durchaus auch die Einbeziehung emotionaler Elemente. Das Tele-Shopping zeige, wie man als „Wunscherfüller“ agieren könne. Neben dem Produkt müsse die Leistung „greifbar gemacht“ werden.

Fedderke wies auf gemeinschaftliche Modelle hin – wie Online City in Wuppertal oder „Buy local“, wo der Wert des Einkaufs vor Ort herausgestellt wird. Das könne als eine Marke durchaus gegen Amazon gesetzt werden. Das Internet sei einzuschließen, aber nicht jeder müsse einen Online-Shop haben. Er machte Hoffnung: „Dass Menschen bei Menschen kaufen, wird auch in Zukunft noch Bedeutung haben.“