Der Erste Beigeordnete ist da

Der neue Erste Beigeordnete Daniel Kunstleben (Mitte) mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Außerdem im Bild: Fachbereichsleiter Michael Hülshorst (links), die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats Sabrina Neuköther und der Beigeordnete Paul-Georg Fritz.
Der neue Erste Beigeordnete Daniel Kunstleben (Mitte) mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Außerdem im Bild: Fachbereichsleiter Michael Hülshorst (links), die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats Sabrina Neuköther und der Beigeordnete Paul-Georg Fritz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Daniel Kunstleben (34) wurde vereidigt und freut sich auf seine neue Aufgabe bei der Stadt Wesel. Er tritt die Nachfolge von Dirk Haarmann an.

Wesel..  Dieser Augenblick musste einfach auf dem Smartphone festgehalten werden. Und so griff Fachbereichsleiter Michael Hülshorst, der seit Jahresbeginn im Rathaus für Personal und Organisation zuständig ist, sofort zu, als Daniel Kunstleben ihm sein Handy reichte und fotografierte den neuen Ersten Beigeordneten der Stadt Wesel zusammen mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bei der feierlichen Vereidigung ohne Publikum.

„Kein Tag wie jeder andere“

„Es ist kein Tag wie jeder andere, sondern schon ein ziemlich großer für mich und meine Familie“, sagt der 34-Jährige, der seinen Dienst offiziell am 1. Februar beginnt, aber erst am 2. Februar im Rathaus antreten muss. Dann trägt er für acht Jahre die Verantwortung für drei große Fachbereiche, so wie Dirk Haarmann bis zu seiner Wahl als Bürgermeister von Voerde: 1. Kultur; 2. Jugend, Schule und Sport; 3. Soziales.

Er wolle sich zügig in das prall gefüllte Dezernat einarbeiten, kündigte Kunstleben an. Zudem freue er sich darauf, die Kollegen kennen zu lernen - auch in den Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen, die zu seinem Bereich gehören. Er habe sich fest vorgenommen, sie persönlich zu besuchen, weil er sich selbst ein Bild machen wolle, bevor er sich zu Themen äußere.

Sein erster offizieller Termin wird die traditionell am Dienstagmorgen stattfindende Verwaltungsvorstandssitzung im Rathaus sein, an der neben Bürgermeisterin Ulrike Westkamp in der Regel auch die Beigeordneten Paul-Georg Fritz und Klaus Schütz teilnehmen. Abends geht es dann zur FDP, die den neuen Mann an der Stadtverwaltungsspitze zum traditionellen Grünkohlessen eingeladen hat. Für einen Westfalen wie ihn - er stammt aus Sendenhorst - eine schöne Aussicht. Diese Einladung sowie die der CDU zu deren Neujahrsempfang werte er als gutes Zeichen. Schließlich gehört Kunstleben der SPD an.

2016 wird nach Wesel gezogen

Anschließend geht es munter weiter mit bereits feststehenden Daten. Die Einweihung der Kindertagesstätte an der Friedenskirche hat er ebenso in seinem Kalender stehen wie die Schlüsselübergabe im Preußen-Museum, das vom Landschaftsverband Rheinland übernommen wird. „Ein wichtiger Termin für die Stadt und für die Perspektive des Museums“, so lautet Kunstlebens Einschätzung, der sich in viele verschiedene Themen erst einmal einfinden muss. Das weiß auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp: „Das ist ein sehr wichtiges Dezernat, ein sehr interessantes auch, aber eines mit viel Arbeit“.

Daniel Kunstleben spricht von einem Bereich, in dem man viel für die Lebensqualität der Stadt tun kann. Wesel habe einen hohen Wohnwert. Im kommenden Jahr will der Sozialdemokrat mit Frau und kleiner Tochter in die Hansestadt ziehen. Bis dahin heißt es Pendeln, so wie es bereits zur bisherigen Arbeitsstätte an der Reeser Landstraße war. Eine Stunde und zehn Minuten hin, eine Stunde und zehn Minuten zurück - wenn alles optimal läuft. Aber es gebe ja Freisprechanlagen, so dass er die Zeit im Auto sinnvoll füllen könne. Und Musik hört der 34-Jährige natürlich ebenfalls gern, spielt er doch in einer Rockband, als Schlagzeuger in der Formation Tiger Bonesaw aus Münster.

Schunkeln am liebsten in Reihe zwei

Auch auf den Möhnensturm auf das Rathaus an Altweiber ist der Neue bereits von Ulrike Westkamp vorbereitet worden, obwohl er nach eigenen Angaben eigentlich lieber in der zweiten Reihe schunkelt. Und ein Kostüm für die Eselordenverleihung wird er sich wohl oder übel ebenfalls zulegen müssen, weiß er bereits. Der Mann scheint dies mit Gleichmut zu nehmen. Neue Orte erfordern eben auch neues Handeln.