Der Elferrat denkt an den Sommer

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Hamminkeln.. Die Feiertage liegen hinter uns und nun wird es erst einmal ruhig - doch das gilt nicht für alle. Für die Karnevalisten steht das nächste Großereignis fast vor der Tür: 35 Tage vor Rosenmontag sind die Vereine mitten in der Vorbereitung ihrer Wagen für den Umzug. So auch der Karnevals Club Dingden (KCD), der seit über 20 Jahren einen Rosenmontagsumzug durch das Dorf schickt und von Beginn an mit eigenen Wagen vertreten war.

In einer Scheune in Dingden-Berg entstehen derzeit zwei der insgesamt vier Wagen, mit denen der Verein auffährt: Prinzenwagen und Elferratswagen. Gefertigt werden die beiden von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Elferrats. Zu sechst treffen sich die Männer seit Anfang Dezember immer samstags und mittwochs, für jeweils drei bis vier Stunden. „Wir sind insgesamt zwölf und arbeiten in zwei Trupps. Der andere Trupp baut gerade einen komplett neuen Wagen für den Verleih“, erklärt Elferratsmitglied Dieter Heßling.

Den Karneval steuern

Das Grundgerüst für den Elferratswagen ist schon fertig. Mit sandfarbenem Stoff und Bambusmatten verkleidet lässt er bereits eine Richtung erahnen. Doch das Motto, unter dem das närrische Parlament im Rosenmontagszug mitfahren wird, steht noch gar nicht fest: „Es soll in Richtung Sommer gehen“, verrät Heßling. „Das genaue Motto entsteht meistens spontan, erst wenn das Grundgerüst steht.“ Dieser Schritt steht nun an nächster Stelle. Anschließend kann der Wagen dann bemalt und dekoriert werden.

Das Motto für den Prinzenwagen hingegen ist klar: „Wir STEUERN den Dingdener Karneval“. „Das ist witzig, weil unser Prinz Steuerberater ist“, erklärt Ewald Kemmler für den KCD. Doch fertig ist das Gefährt noch nicht. Fahrbarer Untersatz der Umzugswagen ist ein „Gummiwagen“, ein Anhänger, den sonst Landwirte an ihre Trecker spannen, um Gemüse oder Getreide zu transportieren. Ihn kann man beim Prinzenwagen des KCD schon nicht mehr erkennen. Aneinander geschraubte Holzplatten bilden die grobe Form der Verkleidung, eine Seite ist bereits verputzt, und von innen ist das Gefährt schon mit Stoffbahnen verschönert. „Wir lagern die Verkleidungen ein und bringen sie dann jedes Jahr wieder neu an. Aber im Sommer wollen wir einen komplett neuen Prinzenwagen bauen“, erläutert Andreas Schmitz, ehemaliges Mitglied des Elferrats. Anschließend wird das Prachtstück verputzt, damit die Übergänge verschwinden, und weiß angestrichen.

Die Holzverkleidungen sind eigene Konstruktionen, und auch für jeden weiteren Arbeitsschritt lassen sich im Wagenbau-Team passende Handwerker finden. „Wir haben Schreiner, Maler und Elektriker – und sogar einen Rechtsbeistand“, sagt Andreas Schmitz lachend. Das erklärt, wieso es den Wagen scheinbar an nichts fehlt; am Heck gibt es Einbauschränke für Jacken und Taschen, und im Inneren sind Kästen für das Wurfmaterial angebracht.

Was beiden Wagen derzeit noch fehlt, sind Musikanlagen. Diese sollen aber in der kommenden Woche installiert werden.

„Spätestens in 14 Tagen müssen wir fertig sein“, erklärt Dieter Heßling. Denn ab dann stehen weitere Aufgaben, wie etwa der Aufbau des Festzeltes, an, die das handwerkliche Geschick der Karnevalisten erfordern.