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Der Einkaufstrubel geht weiter

27.12.2012 | 17:31 Uhr
Der Einkaufstrubel geht weiter
In der Weseler Innenstadt war am Donnerstag jede Menge los.Foto: Markus Joosten

Wesel. Der Braten ist gegessen, alle Geschenke sind ausgepackt, die Verwandtenbesuche gelaufen. Weihnachten ist vorbei, nun kehrt wieder Ruhe ein. Nicht ganz, denn pünktlich nach dem Fest startete am Donnerstag das Umtauschgeschäft. In der Weseler Innenstadt herrschte reger Trubel, die Händler hatten jede Menge zu tun. „Das ist ganz normal zwischen den Jahren“, beobachtete Ralph Betz, Abteilungsleiter Erdgeschoss im Kaufhof. „Für uns Händler geht es nach Weihnachten noch einmal richtig los.“

Geschenke werden in diesen Tagen umgetauscht, Gutscheine eingelöst. Und das zuhauf, denn Gutscheine lagen am Heiligen Abend unter zahlreichen Weihnachtsbäumen, weiß Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Niederrhein. „Wir haben an den Adventswochenenden Umfragen mit den Händlern zum Weihnachtsgeschäft und Kundenverhalten gemacht“, erklärt er. Der Trend zum Gutschein sei in diesen Befragungen ganz deutlich zu erkennen gewesen. Dem stimmt Manuela Janetzky, Filialleiterin in der Parfümerie Pieper, zu. „So viele Gutscheine wie in diesem Jahr haben wir vor Weihnachten selten verkauft“, sagt sie.

Geldgeschenke sind beliebt

„Und auch Umschläge mit Geld werden immer öfter verschenkt und sind keinesfalls verpönt“, sagt Wilhelm Bommann. Im Gegenteil, auf diese Weise könne der Beschenkte selbst aussuchen, was ihm gefällt. Und den Umtausch spart man sich so auch.

André Storm konnte sich einen Umtausch nicht ersparen. Seine Frau Brigitte schenkte ihm ein Hemd zu Weihnachten. „Farbe und Modell mag ich“, sagte André Storm. „Nur leider passt es nicht.“ Also nutzten auch die Hamminkelner die freien Tage zwischen den Jahren und stürzten sich in die „Umtauschschlacht“. „So stressig und voll ist das aber gar nicht“, fand Brigitte Storm. Schwierig sei nur die Parkplatzsuche gewesen. „Aber wenn man einmal einen gefunden hat, kann man ganz gemütlich einkaufen.“

Viele Schnäppchen

Auch Natalie Palacki und ihre Freundin Melissa Terhorst bummelten gemütlich durch die Innenstadt. Natalie bekam Geld zu Weihnachten und kaufte sich davon Klamotten. „Geld zu schenken ist völlig in Ordnung“, findet die 13-Jährige. „Ich habe mich darüber gefreut, nun kann ich shoppen gehen.“

Dabei war auch das ein ein oder andere Schnäppchen zu finden, denn in zahlreichen Geschäften gibt es derzeit Sonderangebote. „Mittlerweile wird in manchen Geschäften sogar schon vor Weihnachten reduziert“, sagt Wilhelm Bommann. Das liege an der Liberalisierung des Wettbewerbsrechts. „Es sind nicht mehr nur Schlussverkäufe zu festgelegten Zeiten erlaubt“, erklärt der Geschäftsführer. „Jeder kann selbst entscheiden, wann er seinen Kunden Sonderangebote unterbreiten möchte.“

Textilien und Schuhe

Das nehmen viele Händler in Anspruch, die so genannten Warendruck haben, also bestimmte Waren nicht so gut verkaufen wie gewünscht. Derzeit gebe es da besonders viele Schnäppchen bei Winterkleidung oder Schuhen, sagt Wilhelm Bommann. „Denn wenn der Winter nicht kalt ist, ist dementsprechend natürlich auch das Wintergeschäft nicht gut.“

Gabi Schultze


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