Der Altkanzler auf Erkundungstour

Ansgar van Clewe im Gespräch mit Gerhard Schröder (Kanzler a.D.), dahinter v. r. Walter Münnich (Pro Mittelstand) und Bernd Romanski (Bürgermeisterkandidat der SPD für Hamminkeln) mit Ehefrau.
Ansgar van Clewe im Gespräch mit Gerhard Schröder (Kanzler a.D.), dahinter v. r. Walter Münnich (Pro Mittelstand) und Bernd Romanski (Bürgermeisterkandidat der SPD für Hamminkeln) mit Ehefrau.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Gerhard Schröder war in Dingden. Der ehemalige SPD-Bundeskanzler schaute sich bei van Clewe um und diskutierte anschließend mit Unternehmern.

Hamminkeln..  Auch wenn Angela Merkel schon seit zehn Jahren Kanzlerin ist, für manche bleibt Gerhard Schröder das Gesicht an der Spitze der Bundesregierung. Und so begrüßte Ansgar van Clewe ihn gestern Nachmittag auf dem Firmenparkplatz in Dingden auch glatt mit „Lieber Herr Bundeskanzler“. Der quittierte dies mit einem Lächeln, bevor es quasi im Schnelldurchlauf durch die Geschichte und die Produktion des Textil-Veredelungsunternehmens ging, das zudem auch eigene Textilprodukte vertreibt.

Sonnenschutz und Seniorenweste

Gut gelaunt gab sich der SPD-Altkanzler schon bei der Begrüßung von Hamminkelns SPD-Bürgermeisterkandidat Bernd Romanski, die beide auf Einladung von „Pro Mittelstand“ Hamminkeln bei der Firma van Clewe zu Gast waren. Die Abspaltung der CDU-Mittelstandsvereinigung gibt dem Sozialdemokraten damit werbewirksame Schützenhilfe. Deren Vorsitzender Walter Münnich hatte eine zweigeteilte Veranstaltung organisiert: die Betriebsbesichtigung in Dingden unter Ausschluss der Öffentlichkeit und eine Diskussionsrunde im Landhaus Ridder, bei der Gerhard Schröder zu seinen Spezialgebieten, wie die Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland, Stellung bezog (siehe Bericht im NRZ-Wirtschaftsteil).

Ansgar van Clewe erinnerte an die Betriebsgründung im Jahr 1954 durch Gerhard van Clewe mit dem Start einer so genannten Rauhmaschine. Mittlerweile läuft die familiär-inhabergeführte Unternehmensgruppe bereits in der dritten Generation. 20 Millionen Meter Textil werden pro Jahr dort ausgerüstet, wobei man sich Nischenmärkte ausgesucht hat. Einer interessierte den 71-jährigen Schröder ganz besonders: der innenliegende Sonnenschutz. Ob es ihn auch als Plissee, sprich: in Falten, gebe, wollte er wissen. Selbstverständlich gehört solche Ware ebenfalls zur van Clewe-Kollektion. Und auch die graue Seniorenweste, die auf einem kleinen Tisch mit Produkten aus dem Hause van Clewe lag, hatte es ihm angetan. Genauso wie die Unterlagen, die in Krankenhausbetten ihren Platz finden.

Schröder zeigte sich aber auch an den verschiedenen Färbetechniken interessiert, wie dem Klotz-Kalt-Verweil-Verfahren. Während der Verweilzeit reagiert der Farbstoff mit der Ware.

Am Ende bedankte sich der Ex-Kanzler bei Bernhard van Clewe, der ihn zu einem Wiederholungsbesuch einlud. „Das ist ein bisschen weit von Hannover“, antwortete er diplomatisch und verschwand in seiner dunklen Limousine Richtung Ridder.