Das lange Warten hat ein Ende

Die Luftsportfreunde Wesel Rheinhausen bei der Saisoneröffnung zu Ostern.
Die Luftsportfreunde Wesel Rheinhausen bei der Saisoneröffnung zu Ostern.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Lang war der Winter für alle, die gern fliegen. Am Wochenende wurde auf dem Flugplatz Römerwardt in Wesel die Saison eröffnet.

Wesel..  Der Raum im Vereinsheim der Luftsportfreunde Wesel ist zu dieser frühen Stunde am Feiertag schon gut gefüllt. Emsiges Treiben herrscht im gesamten Gebäude. Es ist mal wieder „Osterlager-Zeit“ bei den Luftsportfreunden (LSF) Wesel. „Das machen wir schon seit vielen Jahren so“, berichtet Manfred Polaschegg. Er ist seit den 80er Jahren dabei und hat sich noch einen Platz am großen Frühstückstisch gesichert. „Für uns ist das so eine Art Startschuss in die Flugsaison“.

Der Winter ist vorbei

Im Winter ruht der Flugverkehr bis auf wenige Ausnahmen. „Es ist dann für die Aktiven die Zeit, in der Unterricht stattfindet und die Flugzeuge gewartet und dem TÜV vorgeführt werden“, erläutert Sascha Hübers. Er ist einer der 13 Fluglehrer, die bei den Luftsportfreunden aktiv sind.

Alle freuen sich somit nach den langen fliegerlosen Wochen also sehr, wenn es dann im April endlich wieder in die Luft geht. Und so ist es kein Wunder, dass auch in diesem Jahr wieder mehr als 20 Teilnehmer bei diesem traditionellen Lager mit von der Partie sind. Besonders freut sich Sascha Hübers darüber, dass dieses Mal gleich sechs Neuzugänge mit dabei sind. „Alles Damen im Alter von 14 bis 22 Jahren“, schmunzelt der Weseler, „die Zeit, als das Segelfliegen eine Männerdomäne war, ist lange vorbei“. Erstmals sind beim Osterlager auch neue Gesichter in der großen Runde im Vereinsheim der Luftsportfreunde zu sehen.

Im März hat man mit den Rheinhausener Kollegen fusioniert. Diese hatten ihren Heimatflugplatz in Sevelen verloren und freuen sich daher sehr, dass sie in der Kreisstadt zu guten Bedingungen weitermachen können. Sascha Hübers ist glücklich über den Zuwachs und auch sichtlich stolz auf „seinen“ Flugplatz: „Das ist von der Größe und den Möglichkeiten her schon recht einzigartig in der Region“.

So ist vielleicht auch erklärbar, dass sich der Verein keinerlei Nachwuchssorgen machen muss. Die Jugendabteilung der LSF ist mit gut 40 Mitgliedern überaus stark und aktiv. „Schon seit Jahren organisieren wir beispielsweise ein Osterfeuer“, erzählt Stefan Kalivoda, „dieses Mal war es von den Besuchern her schon rekordverdächtig“. Mit den Einnahmen finanziert der Nachwuchs das diesjährige Sommerlager in Leipferdingen in der Schwäbischen Alp. Auch den Disney-Park in Paris hat die agile Truppe schon besucht.

Dem großen Fest in diesem Jahr sehen alte und junge Luftsportfreunde schon begeistert entgegen. Es gilt am 22. und 23. August den 60. Geburtstag des Flugplatzes gebührend zu feiern. „Da bieten wir so einiges“, weiß Manfred Polaschegg, „vom größten Doppeldecker der Welt bis hin zu Fallschirmspringern und Modellflugzeugen, es wird für jeden was dabei sein.“ Unterdessen hat die bunte Truppe das Frühstück beendet und schaut etwas wehmütig nach draußen. Dort zeigt sich der Himmel noch wolkenverhangen. „Es klart bald auf, das ist nur eine kleine Warmfront“ ruft Sascha Hübers. Dann endlich ist es Zeit, wieder abzuheben.