Das Hickhack rund um die Stadtwerke geht weiter
20.06.2007 | 08:57 Uhr 2007-06-20T08:57:30+0200WIRTSCHAFT. Rudolf Spelmanns (CDU) stellt klar, Friedrich Eifert (FDP) fühlt sich hintergangen und Thomas Lemken (Grüne) spricht von Demontage.
WESEL. Keine Frage, dass CDU-Fraktionsvorsitzender Rudolf Spelmanns mit seiner Fraktion die Wahl von ASG-Chef Franz Michelbrink zum Stadtwerke-Geschäftsführer stützt (die NRZ berichtete). Allerdings, und darauf legt er Wert, müssten sich Michelbrink und Noch-Geschäftsführer Herbert Storm selbst darum kümmern, wie sich die Zusammenarbeit vor dem Einstellungstermin gestaltet. "Das sind doch zwei erwachsene Leute", sagt Spelmanns. Er werde aber nicht akzeptieren, dass Michelbrink schon bald als zweiter Geschäftsführer bezahlt werde. Üblich sei es, drei Monate vor dem Termin in dem Betrieb tätig zu werden.
Am Nachmittag gab es erneut eine CDU-Stellungnahme, diesmal von der Fraktion und dem Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Heinz Ortlinghaus. Hovest wolle Zwietracht säen und nicht der Sache dienen. Die CDU lasse sich nicht vorschreiben, einen zweiten Geschäftsführer zu installieren. Storm und Michelbrink würden aber in strategischen Unternehmensfragen zusammenarbeiten. Eintrittstermin für Michelbrink sei der 1. Oktober 2008.
Als "etwas unglücklich" bezeichnet es FDP-Fraktionsvorsitzender Friedrich Eifert, dass die Absicht, Michelbrink im August zu wählen, nicht im Rat verkündet wurde. So habe er aus der Zeitung davon erfahren, was einen negativen Beigeschmack gebe. Die Sache höre sich so an, als ob Michelbrink als Politkommissar eingesetzt werden solle. Zudem verweise er darauf, dass es keinen ehrenamtlichen Geschäftsführer gebe. Michelbrink sei zweifelsohne ein ausgewiesener Fachmann für den ASG, Energiewirtschaft aber ein neues Gebiet. Hier müsse er sich mit Netzen statt mit Gebühren beschäftigen und das in einem im Umbruch befindlichen Markt. Die frühe Einbindung sei daher richtig und wichtig.
Glückwünsche für den gelungenen Vorschlag im beginnenden Sommerloch spricht Thomas Lemken (Grüne) dem SPD-Fraktionschef aus. Auf diese Art und Weise werde die während der letzten Aufsichtsratssitzung begonnene Demontage Storms durch die Anwesenheit von Franz Michelbrink fortgeführt. Es sei fraglich, ob Aufsichtsratsmitglieder wie Hovest überhaupt noch tragbar seien. Wie das Kienbaum-Gutachten an die Öffentlichkeit gelangt ist, bezeichnet Lemken als unglücklich. Es werde viel auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen. Letztlich sei eine breite Diskussion mit mehreren Optionen nötig. Am 16. August ist dazu Gelegenheit. Kämmerin Gabriele C. Klug hat an diesem Tag die Beteiligten eingeladen. Und der CDU möchte der Grüne zurufen: "Bitte melde Dich! Wo ist die Stütze von Herrn Storm?"
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