Das erste Stadtkind und was aus ihm geworden ist

Hamminkeln..  Anna-Lena war das erste Stadtkind. Eigentlich ist sie das immer noch - nur dass sie kein Kind mehr ist. Aus dem Baby, das Hamminkelns damaliger Bürgermeister Heinrich Meyers und Stadtdirektor Bruno Gerwers im Januar 1995 besuchten, ist eine junge Frau geworden, die gerade ein Soziales Jahr absolviert und auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist.

Ein Sparbuch mit dem Schnapszahl-Betrag von 111,11 D-Mark überreichten die beiden Besucher damals Anna-Lenas Eltern, Anke und Andreas Hardacker. Die vielen „Einsen“ sollten auf das erste Kind im ersten Monat des ersten Stadtjahres hinweisen. Sie entsprachen zudem dem äußersten Limit des Kämmerers, der voraussagte, dass Hamminkeln spätestens 1997 die Haushaltssicherung drohe. Immerhin war als zusätzliches Geschenk für Anna-Lena ein Wichtel „drin“, der die Brahmssche Wiegenlied-Melodie von sich gab.

Den Wichtel hat sie noch

Anna-Lena bekam von all dem seinerzeit nicht viel mit: Sie schlief. Die musikalische Puppe hat sie heute noch, und sie wohnt nach wie vor in Brünen. Zwischenzeitlich war sie als Reiterin aktiv. Die 20-Jährige hat die nach dem verstorbenen Bürgermeister benannte Heinrich-Meyers-Realschule besucht, dann das Bocholter Berufskolleg am Wasserturm, wo sie unter anderem Französisch und Spanisch gelernt und das Abitur erreicht hat. Für das gerade begonnene Jahr hofft sie auf einen Platz für eine kaufmännische Ausbildung, gerne zur Industriekauffrau. Das könne in oder um Hamminkeln oder auch in einer größeren Stadt sein, sagt sie.