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Studienstandort

Das Bühnenhaus wird zum Hörsaal

26.06.2012 | 06:00 Uhr
Das Bühnenhaus wird zum Hörsaal
Hier im Bühnenhaus sollen ab dem Wintersemester 2013 freitagabends und/oder samstags Vorlesungen stattfinden. Foto: Markus Weißenfels

Wesel.   Es war wie ein Paukenschlag, zu dem Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gestern ausholte: Wesel wird Studienort der FOM Hochschule für Oekonomie & Management.

Wesel wird Hochschulstandort. Zusammen mit dem Präsidenten der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve, Burkhard Landers aus Wesel, und dem Kanzler der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, Dr. Harald Beschorner aus Essen, verkündete sie die positive Nachricht, von der offenbar selbst die Politik nichts geahnt hat. „Hochschule in Wesel“ stand auf der Stellwand im Sitzungszimmer des Rathauses, vor der das Trio zur Unterschrift der gemeinsamen Absichtserklärung ansetzte. Anschließend wurde erläutert, wie die neue Studiermöglichkeit in Wesel aussehen soll.

Sie richtet sich sowohl an Schulabgänger mit der entsprechenden Qualifikation für eine Fachhochschule als auch an Auszubildende und Berufstätige. Denn das erste Angebot, das im Wintersemester 2013 startet, wird ausschließlich freitagabends und samstags stattfinden, und zwar im Studiengang Wirtschaft mit dem Abschluss Bachelor of business administration.

Die nötigen Räume stellt die Stadt Wesel an drei Innenstadtstandorten zur Verfügung. Es handelt sich um den Ratssaal, das Bühnenhaus und das dortige Foyer sowie um Räumlichkeiten der Volkshochschule - je nachdem, ob eine Vorlesung oder ein Seminar abgehalten wird. Bis zu 150 Studenten könnten hier aufgenommen werden, sagt Ulrike Westkamp. Später, wenn die von Beschorner für realistisch gehaltenen 500 bis 600 Studenten da sind, müsse nach neuen Lösungen gesucht werden.

Dr. Harald Beschorner, Ulrike Westkamp und Burkhard Landers (v.l.) unterzeichnen die Absichtserklärung, in Wesel einen Studienstandort aufzubauen.

Zustande gekommen ist der Kontakt über die IHK. Die Essener Hochschule sei auf Landers zugegangen, der die Chance sofort genutzt habe. Schließlich sei die wirtschaftliche Entwicklung in Wesel positiv, wie ein deutliches Plus der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zeige. Hier seien gut Ausgebildete beheimatet, sagt Westkamp, wobei eine stetige Weiterentwicklung wichtig sei. Schon heute hätten Firmen um Facharbeiter und akademischen Nachwuchs zu kämpfen, wie Landers weiß. Mit dem Studienangebot vor Ort könnten diejenigen, die hier verwurzelt seien, in der Region gehalten werden. Es handele sich um ein gutes Zeichen für die Wirtschaft und für Investoren, die beabsichtigen, sich in Wesel niederzulassen.

Büro öffnet in Kürze

Die Einrichtung verstehe sich als Dienstleistungshochschule, so Beschorner, der bestätigte, dass sie durchaus ein Standortfaktor für Unternehmen sei. Er betonte, dass es sich hier um ein Präsenzstudium vor Ort und nicht etwa um ein Fernstudium handele. Dabei gebe es zwei Modelle: Das eine betreffe das Wochenende - wie zunächst auch in Wesel - das andere drei Abende während der Woche, was in der Kreisstadt ab dem Sommersemester 2014 denkbar sei. Studiert werde werktags von 18 bis 21.15 Uhr und samstags von 8.30 bis 15.30 Uhr. Über Masterabschlüsse könne man mit Blick auf Wesel in einem zweiten Schritt nachdenken.

Momentan zählt die FOM rund 18 000 Studenten, die berufsbegleitend aktiv sind. In Wesel soll in Kürze ein Büro als Anlaufstelle eröffnet werden. Bis dahin kann unter der Internet-Adresse www.fom.de Kontakt aufgenommen werden. Zur Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft möchte die IHK ein Kuratorium gründen, in dem wichtige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung tätig sind.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschusses, Friedrich Eifert (FDP), begrüßt die Entscheidung und sieht sie als Signal für die Hochschule Rhein-Waal.

Standorte, Studiengebühren und mehr

Die FOM Hochschule für Oekonomie & Management mit Sitz in Essen gibt es seit 1991. Heute unterhält sie bundesweit 22 Standorte plus einen in Luxemburg. 200 Professoren unterrichten in Aachen, Berlin, Bonn, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt am Main, Gütersloh, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, Marl, München, Neuss, Nürnberg, Siegen, Stuttgart und Wuppertal - und bald auch in Wesel.

Geboten werden Bachelor-Studiengänge für Berufstätige und Auszubildende sowie Master-Studiengänge für Hochschul- und Fachhochschulabsolventen. In Wesel soll im Wintersemester zunächst ein Bachelor-Studiengang anlaufen: Wirtschaft mit dem Abschluss Bachelor of business administration. Die Studiengebühren an der größten privaten Hochschule Deutschlands betragen 295 Euro im Monat, was bei sieben Semestern etwa 11­ 000 Euro ausmacht, wie Kanzler Dr. Harald Beschorner ausgerechnet hat.

Die Fachhochschule ist übrigens mit dem Siegel der Systemakkreditierung ausgezeichnet, was für besondere Qualität steht. Lediglich sechs der bundesweit über 400 Hochschulen können sich damit schmücken.

Von Petra Herzog



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