Das Banale in der Kunst

Die beiden Kuratorinnen Angela Jerardi (links) und Antonia Lotz in einem Ausstellungssaal des Schlosses.
Die beiden Kuratorinnen Angela Jerardi (links) und Antonia Lotz in einem Ausstellungssaal des Schlosses.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Vom 1. Juni bis 12. Juli ist „Weder hier noch dort, weder Fisch noch Fleisch“ im Schloss Ringenberg zu sehen. Angela Jerardi, eine in Amsterdam lebende US-Amerikanerin, und Antonia Lotz, vorherige Kuratorin der Kestnergesellschaft in Hannover, entwickelten die Ausstellung.

Hamminkeln..  Eine Kunstausstellung zu entwickeln, ist meist an das konkrete Ergebnis gebunden: die Ausstellung selbst, die in hohen Räumen stehend und an weißen Wänden hängend eine manchmal ermüdende Endgültigkeit besitzt. Genau das wollten die beiden Kuratoriums-Stipendiatinnen der Derik-Baegert-Gesellschaft nicht, als sie sich Anfang des Jahres kennenlernten. Und so entwickelten Angela Jerardi, eine in Amsterdam lebende US-Amerikanerin, und Antonia Lotz, vorherige Kuratorin der Kestnergesellschaft in Hannover, eine Ausstellung mit insgesamt Werken von rund 15 Künstlern, die stetig wächst, sich ständig weiterentwickelt. Und zwar überschneidend an zwei Orten.

Spontane Idee im Zug

„Weder hier noch dort, weder Fisch noch Fleisch“ heißt sie und soll den Blick weg vom allgemeinen gesellschaftlichen Ergebnisstreben und hin zur Freude an der eigentlichen Idee lenken. Der Anfang wurde am 22. April im Siegener Museum für Gegenwartskunst gemacht. Und der zweite Teil der Ausstellung wird am kommenden Sonntag, 31. Mai, im Schloss Ringenberg eröffnet. Vom 1. Juni an bis zum 12. Juli ist sie für die Öffentlichkeit zu sehen, die eingeladen ist, sich bei einer Tasse Kaffee mit beiden Kuratorinnen zu unterhalten.

Kunstwerke aus der Siegener Ausstellung werden in Hamminkeln gezeigt – und umgekehrt. Bilder, die der Künstler und Stipendiat Christoph Westermeier geschossen hat, machen die Ausstellung in Siegen auch in Hamminkeln sichtbar – genauso wie der Entstehungsprozess an beiden Orten. Auf einer mobilen Wand sind die Fotografien aufgeklebt und geben einen Einblick in den banal anmutenden Aufbau einer Kunstausstellung, inklusive Pappkartons und Rollwagen. Natürlich hochglänzend und gestochen scharf.

Und genau das möchten Angela Jerardi und Antonia Lotz erreichen. Dass ausnahmsweise nicht nur das Endergebnis künstlerischen Schaffens und seine Präsentation, sondern der Entstehungsprozess selbst im Mittelpunkt steht. Schließlich habe man ständig das Ergebnis seiner Handlung vor Augen, so die beiden Kuratorinnen, „aber nicht die Freude, mit der wir etwas tun“.

Die Idee zu dieser Art von Ausstellung kam ihnen spontan auf einem Kurztrip nach Köln. Dort wollten sie sich mehrere Ausstellungen anschauen, verpassten allerdings die letzte am Folgetag. Im Zug zurück nach Hamminkeln sei dann die Idee entstanden, zwei Ausstellungen parallel laufen zu lassen. Und eine schöne Begleiterscheinung: Als sie den Künstler Chris Evans zu ihrer Ausstellung einluden, stellten sie fest, dass er Bestandteil der Ausstellung war, die sie in Köln verpasst hatten...