Christlicher Glaube als fröhliche Botschaft

Wesel..  Es war sicherlich ein Höhepunkt im Festprogramm der evangelischen Kirchengemeinde anlässlich ihres 475-jährigen Bestehens. Mit Judy Bailey und Band hatte sie eine Künstlerin gewonnen, die schon in über 30 Ländern der Erde die Massen in ihren Bann zog. In London geboren und auf Barbados aufgewachsen, hat die mit Ehemann Patrick Depuhl und drei Söhnen in Alpen lebende Sängerin und Komponistin bei einem einzigen Auftritt in Rio de Janeiro drei Millionen Menschen begeistert, und selbst Papst Franziskus durfte sie bereits vorspielen. Dennoch blieb am Sonntag im Lutherhaus rund ein Drittel der 150 Stühle unbesetzt. Pfarrer Albrecht Holthuis konnte das nicht verstehen. „Wir haben heute eine hervorragende Botschafterin des christlichen Glaubens zu Gast“, sagte er in seiner Begrüßung.

Mit „Be strong“, einem ihrer größten Hits aus dem im Jahre 2009 erschienen Album „Readytofly“ deutete die Band gleich zu Beginn an, dass die Stühle im Lutherhaus völlig überflüssig waren. „Ich habe Lust, eure Stimmen zu hören. Geschlafen wird heute Abend“, gab Judy Bailey die Richtung vor. Das Eis war gebrochen, niemand blieb mehr sitzen, alle nahmen den fröhlichen Gesang und den animierenden Rhythmus an. Damit das halbwegs im Einklang geschehen konnte, gab der eigens für das Konzert aus dem britischen Leeds eingeflogene Leroy Johnson, selbst anerkannter Solo-Künstler, die Schrittfolgen vor.

Mit ihrer christlichen Pop-Musik voller Hoffnung und Zuversicht reißt Judy Bailey die Menschen nicht nur mit, sondern ermutigt sie auch, die Augen nicht zu verschließen. „Wir sind diejenigen, die Veränderungen herbeiführen können“, sagt sie und nimmt das Publikum mit dem wechselseitig gesungenen Titel „Time for change“ mit.

In der Pause präsentierte Albrecht Holthuis mit Überraschungsgast Björn Amadeus Kahl (Voice of Germany) einen weiteren Höhepunkt. Der Sänger aus Wesel überzeugte mit anspruchsvollen deutschen Balladen. Beim Finale bewies er Spontaneität, in dem er gemeinsam mit Albrecht Holthuis, Gästen aus dem Publikum und der Judy-Bailey-Band den Titel „Jesus in my house“ anstimmte. Mit einer ausgiebigen Zugabe und minutenlangem Beifall endete ein herausragendes Konzert.