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Christian will zum Film

02.09.2008 | 18:59 Uhr

KARRIERE. Das Hobby zum Beruf machen möchten viele. Ein 19-jähriger Drevenacker fing früh an und will nun auch professionell für bewegte Bilder sorgen. Marienthal könnte ein Anfang sein.

Jungfilmer mit Ambitionen: Christian Wesner setzt die Marienthaler Abende in Szene. (Foto: Markus Weißenfels)

HAMMINKELN/HÜNXE. Nach dem Abitur studiert man, wird Banker oder auch Kommissarin. Einzelne zieht's seit eh und je zum Film. Christian Wesner zum Beispiel. Der 19-jährige Drevenacker hat das Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasium gerade mit einem 1,8er Abschluss verlassen und will Filmemacher werden. Marienthal könnte sein Sprungbrett sein.

Zehn oder elf war er, als er Papas Videokamera entdeckte und in der Grundschule einen ersten Krimi drehte. Als Gymnasiast hatte er das Gerät bei Klassenfahrten dabei. Später stieg er auf Computer-Technik um, tüftelte als Autodidakt und hatte dann Glück, dass der Literaturkurs in Klasse 12 zum Film-Kurs wurde. Im Fünf-Leute-Team schuf er einen "Werbefilm" für die Schule. Spätestens da wurde Schulleiter Jürgen Berner auf sein Jungfilmer-Talent aufmerksam.

Folgerichtig produzierte Christian Wesner Porträts über die acht Leistungskurse, bereicherte so die Abitur-Feier im Bühnenhaus und den Abi-Ball. Und genoss ein bisschen Festival-Feeling, als sein Name genannt und applaudiert wurde.

Eine kleine Notiz darüber in der Zeitung genügte, um Karl-Heinz Elmer aufmerksam werden zu lassen. Der lud ihn nach Marienthal ein und fragte ihn, ob er die Jubiläumsausgabe der 25. Marienthaler Abende filmisch in Szene setzen wolle. Er wollte. Abend für Abend war er mit seiner Kamera dabei. Wurde gefragt, von welchem Fernseh-Sender er sei. "Drehte" mit seiner kleinen Kamera mit Stativ laut zuvor erstelltem Masterplan-Zettel. Scheute sich nicht, auch mal auf die Bühne zu springen. Jetzt braucht er noch gutes Wetter, um die Marienthaler Landschaft einzufangen und Karl-Heinz Elmer als Macher und Informanten ins Bild zu setzen.

Zu Hause wird all das viele Material sortiert. Am Laptop, den er mit einigem finanziellen Aufwand dafür fit gemacht hat. Er ist schöpferischer Einzelkämpfer, der Dokumentation und Kunst zusammenführt, indem er komponiert oder Farben bearbeitet. Was ihm dabei Spaß macht? "Gute Frage", sagt er. "Wenn's nach so viel Arbeit, die keiner sieht, gut geworden ist."

Die Abi-DVD hat er "an die ganze Schule verkauft", und mit dem Marienthal-Projekt könnte er es gar bis nach Berlin schaffen: zur Grünen Woche Anfang nächsten Jahres, wo die ländliche Leader-Region Lippe-Issel-Niederrhein NRW präsentieren wird. Das wäre so eine Idee. Bis März macht Christian Wesner noch seinen Zivildienst beim Jugend-Fachbereich im Weseler Rathaus. Beruflich wäre das nichts, weiß er. Lieber filmt er auch dort - die Stadtranderholung.PROJEKTE ALS STARTHILFE "Was mit Film" soll es beruflich sein - aber wie kommt man dran? Christian Wesner (www.wesner.net) nutzt die Zivi-Zeit, um sich schlau zu machen. Er wünscht sich weitere Projekte wie das in Marienthal - als Referenz für Bewerbungen. Als Alternative würde er "was Vernünftiges studieren" und das Filmen nebenher weiterentwickeln.

JOACHIM FREUND

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Kommentare
03.09.2008
13:51
Christian will zum Film
von S. Hahnemann | #1

Super - nur weiter so.
Es ist erfrischend und beruhigend zugleich, feststellen zu dürfen, dass sich die junge Generation wieder engagiert und erfolgversprechende Wege außerhalb der üblichen ausgetretenden Trampelpfade sucht.
Dem jungen Filmemacher wünschen für seine weitern Taten - Durchsetzungsvermögen und viel Glück und ERfolg.

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