Bürgerinitiative will weiter für Ruhe in der Rheinaue sorgen

Stille Erholung am Auesee - die Natur genießen hier Tag für Tag viele Menschen sehr.
Stille Erholung am Auesee - die Natur genießen hier Tag für Tag viele Menschen sehr.
Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Das von der CDU ins Gespräch gebrachte Jugendgästehaus am Auesee lehnt sie ab und verweist auf das Otto-Vorberg-Haus am Lippehafen. Die Lage dort sei genial

Wesel..  15 Jahre ist es her, dass sich die Bürgerinitiative (BI) zur Erhaltung der Rheinaue gegründet hat. Damals gab es einen Investor, der am Auesee Großes entwickeln wollte. Das wiederum wollten aber die Weseler nicht und formierten sich gegen derartige Pläne - mit Erfolg. Und auch jetzt noch lassen die Aktiven um Eva Ramm immer dann etwas von sich hören, wenn es um ihre Aue und den See geht. Das von der CDU erneut ins Gespräch gebrachte Jugendgästehaus ist solch ein Fall.

Party-Floßfahrt mit Musik

Rolf Blommen hat Fakten gesammelt, die seiner Meinung nach ganz klar gegen den Standort am Auesee sprechen. Denn das von der Union angeführte Positivbeispiel ist die Xantener Jugendherberge. Sie zählt nicht umsonst zu den 50 besten Jugendherbergen Deutschlands, findet Blommen, der gestern zusammen mit Eva Ramm und Klaus Kracht die Sicht der Bürgerinitiative zusammenfasste. Rund um die Herberge auf der anderen Rheinseite können junge Leute jede Menge machen. Neben Segeln, Tauchen, Surfen, Kanufahren und Wasserski gibt es Elektroboote, einen Segelbootverleih, und, und, und... Eine Party-Floßfahrt mit Grillen und Musik gehört ebenfalls zum Angebot. „Innerhalb von fünf Minuten befindet man sich in einem riesengroßen Freizeitpark“, sagt Blommen. „Da schwant uns natürlich nichts Gutes“. Mit der ruhigen Erholung in der Aue wäre es dann vorbei, mutmaßen die Mitglieder der BI.

Tourismuskonzept

Und auch in den Workshops zur Erarbeitung des Tourismuskonzepts sei ganz klar deutlich geworden, dass man sich auf die bereits genutzten Bereiche des Auesees fokussieren wolle. Doch die wiederum seien jetzt schon nahezu ausgeschöpft. Die Notwendigkeit eines Jugendgästehauses habe man in den Arbeitsgruppen nie gesehen. Zudem sei bei der durchgeführten Gästebefragung eines ganz deutlich geworden: Die meisten Weselbesucher sind zwischen 40 und 75 Jahre alt. Sie mögen gutes Essen, wollen sich Sehenswürdigkeiten und die Landschaft ansehen und nächtigen in komfortablen Hotels - aber nicht in einem Jugendgästehaus.

Blommen schlägt vor, sich auf das zu konzentrieren, was schon vorhanden ist. Das Otto-Vorberg-Haus am alten Lippehafen nämlich. Es liege genial. Allerdings müsse es auf Vordermann gebracht und beworben werden, so die Vertreter der BI. Der Auesee bliebe dann das, was er für viele ist: etwas ganz Besonderes, das aufgrund seiner günstigen Lage leicht zu Fuß zu erreichen ist, naturbelassen und ruhig.