Bürgerinitiative klagt über Bergschäden durch Salz-Abbau

Risse im Fußboden.
Risse im Fußboden.
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Was wir bereits wissen
Die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW will eine Schlichtungsstelle. Sie ist nicht nötig, sagen die Vertreter von Esco und Cavity.

Wesel.. Die Probleme mit Bergschäden im Abbaugebiet des Salzbergwerks in Rheinberg-Borth sind groß, sagen die Mitglieder der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW, die kürzlich in Büderich gegründet wurde (die NRZ berichtete). Deshalb wünschen sie sich unter anderem eine Schlichtungsstelle. Doch die ist nach Ansicht der ehemaligen und jetzigen Salzbergbaubetreiber Cavity und Esco nicht nötig. Denn in 99,5 Prozent aller gut 600 Fälle habe es in den vergangenen 25 Jahren einvernehmliche Lösungen mit den Hauseigentümern gegeben. Diese Zahl nennt Reinhard Maly, Geschäftsführer und Markscheider der Cavity GmbH mit Sitz in Rheinberg. „Wir werden im Zweifelsfall immer für den Bürger votieren“, sagt Maly. „Es sei denn, es handelt sich nicht um Bergschäden.“ Eigentümer müssten sich nur melden, dann werde ein Ortstermin vereinbart. Dabei hätten die Geschädigten keinen Nachweis zu erbringen. Nur: Im vergangenen halben Jahr habe diese Möglichkeit niemand aus Büderich genutzt.

Schadenszahlungen an private Eigentümer gering

Das Problem: Anders als beim Steinkohlebergbau senkt sich die Erde beim Salzbergbau langsam ab, es dauert Jahrzehnte bis die Abbaubewegungen letztlich abklingen. Dank mehr als 3250 fester Messpunkte wisse man genau, wie die Erde sich senke, schließlich werde einmal jährlich gemessen, um mögliche Bergschäden zu beurteilen. Allein zweieinhalb bis drei Millionen Euro würden an so genannten Großschadenskosten pro Jahr gezahlt. Im Vergleich dazu seien die Schadenszahlungen an private Eigentümer gering.

Das vom Salzabbau betroffene Gebiet umfasse etwa 50 Quadratkilometer. Darin befänden sich circa 5500 Haushalte. Büderich, Ginderich und Werrich fallen ebenso in diesen Bereich wie Borth und Wallach sowie Menzelen. Während in weiten Bereichen die Salzvorräte, die seit 1926 abgebaut werden, erschöpft sind, erfolgt der Abbau nun vor allem unter der Bislicher Insel. Von dort gebe es immer wieder Anrufe von Anliegern, wenn gesprengt wird, sagt Antje Bräunig von Esco. Zurzeit sei dies montags bis freitags immer um 13.30 Uhr und um 21.30 Uhr der Fall. Bei hoher Förderung, etwa in strengen Wintern, komme manchmal noch ein Termin um 5.30 Uhr hinzu. Dann werde außerdem auch samstags gesprengt. Man höre und fühle die Sprengungen zwar, sagt die Fachfrau, doch sie seien weit weg von Werten, die Schäden verursachten. Die Salzvorräte in diesem Bereich reichen übrigens mindestens für die nächsten 25 Jahre. Wie es dann weitergeht, vermag niemand zu sagen.

Steinsalz Den Firmenvertretern geht es vor allem um sachliche Information, sagen sie. Deshalb gibt es schon seit einiger Zeit einmal im Jahr einen Newsletter für alle betroffenen Haushalte. Der nächste soll nach Karneval verteilt werden. Wer sich mit dem Thema näher beschäftigen möchte, kann dies jederzeit im Internet tun. Die Adresse lautet www. cavity-gmbh.de