Bürgerbus rollt seit zehn Jahren

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Hamminkeln..  Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass Ursula Klump sich hinter das Steuer des Bürgerbusses Loikum-Wertherbuch setzte und damit als allererste Fahrerin eine Ära einläutete, die bis zum heutigen Tag anhält. Am Montag, den 29. März 2005, fraß der Bürgerbus mit der offiziellen Bezeichnung „Linie BHL“ seine allerersten Kilometer, als er von Hamminkeln über Dingden, Loikum, Wertherbruch und Mussum nach Bocholt fuhr.

Seitdem haben 50 bis 60 Fahrerinnen und Fahrer rund 89 000 Fahrgäste in etwa 36 000 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit befördert und mehr als eine Million Kilometer zurückgelegt.

Es begann mit einem Workshop

Alles begann im Frühjahr 2003 mit einem Workshop „Loikum 2020“ der Dorfgemeinschaft, in dem die Einwohner auch über die unzureichende Nahverkehrsanbindung sprachen. Die Bürgerbus-Idee schien die Lösung. Schnell wurde aber deutlich, dass Loikum allein es nicht schaffen würde. So nahmen die Initiatoren Kontakt mit der „Alten Herrlichkeit Wertherbruch“ auf.

Kurze Zeit später beschäftigte sich ein Arbeitskreis aus Loikumer und Wertherbrucher Bürgern mit der Umsetzung; am 26. November 2003 wurde der „Bürgerbusverein Loikum- Wertherbruch e.V.“ gegründet. Rund eineinhalb Jahre später folgte die erste Tour.

Ein besonderes Ereignis war die Einweihung des Leader-Mittel geförderten Bürgertreffs mit Busgarage im alten Feuerwehrhaus am 16. April 2011. Das dritte Bürgerbusfahrzeug, behindertengerecht ausgestattet und für Rollstuhlfahrer zugängig, wurde am 13. September vergangenen Jahres eingeweiht.

Lob von den Fahrgästen

Der Bürgerbusverein war besonders betroffen von dem Tod von Helmut Becks, der als Fahrer die meisten Stunden im Bus verbracht hat. „Er hat mit seiner Erfahrung als Mechaniker-Meister das Fahrzeug technisch betreut und es zusammen mit seiner Frau Hannelore über fast zehn Jahre Woche für Woche von innen und außen gereinigt. Wir sind dem Ehepaar Becks zu großem Dank verpflichtet“, sagt der Vereinsvorsitzende, August Exo.

Auch die Fahrgäste finden lobende Worte für alle ehrenamtlichen Kräfte des Vereins. Exemplarisch dafür ist dieser Brief: „Danke sagt Hanne aus dem Oberbergischen Land. Ich habe bei der Kurzzeitpflege im Christophorus-Haus oft Ihren Bus benutzt. Ich war begeistert von Ihrer Freundlichkeit! Sie haben immer versucht, wenn ich ins „Dorf“ wollte, dass ich auch wieder schnell zurück war. Allzeit gute Fahrt und tausend Dank.“