Bücherei: Ein neues Kapitel
18.02.2010 | 21:30 Uhr 2010-02-18T21:30:00+0100Hamminkeln. Das Dauerthema Bücherei wurde während der Sitzung des Rates am Donnerstag erneut aufgeschlagen. Die für ihre Einrichtung vorgesehene Finanzierung aus dem Konjunkturpaket II ist nach Einschätzung der Stadtverwaltung hinfällig geworden. Die Debatte darüber wurde teils vehement geführt.
„Wir werden diese Bücherei errichten!” Johannes Flaswinkel ging auf die Barrikaden. Gerade, so der Grünen-Politiker, habe die Hamminkelner Local Heroes-Woche gezeigt, dass Kultur auf dem Lande Zukunft habe, und nun solle die Bücherei, an der sein Herz hänge und die „wir schon lange hätten haben können”, kaputt gemacht werden.
200 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II waren ursprünglich vorgesehen, um sie endlich einzurichten. Dann aber zeigte sich, dass für andere Maßnahmen mehr Geld benötigt wird als geplant: für die energetische Sanierung der Hauptschule und für den Umbau des Brüner Feuerwehrgerätehauses. Zwar soll die Decke des Raumes unter dem Forum der Realschule für 70 000 Euro verkleidet und mit Leuchten versehen werden, aber für die hier eigentlich vorgesehene Einrichtung der Bücherei reiche das Konjunkturpaket nicht mehr, hatte die Stadtverwaltung festgestellt.
Kein Hauruck-Verfahren
Der Ergänzung des Bürgermeisters, damit sei die Bücherei nicht vom Tisch, traute Flaswinkel nach den bisherigen Erfahrungen in der Sache nicht. Vehement forderte er, sich offen gegen die Bücherei-Pläne zu bekennen oder aber die für die Feuerwehr zusätzlich benötigten 40 000 Euro (seiner Prognose nach werden es noch mehr) aus dem regulären Haushalt zu nehmen. Umgekehrt wollte die CDU verfahren, die sich ebenfalls zur Bücherei bekannte, für deren Finanzierung aber nun außerhalb des Konjunkturpaketes einen Vorschlag forderte. Finanzierung der Bücherei oder kein Zustimmung zu den Konjunkkturpaket-Plänen der Verwaltung, so die SPD.
Eine Bücherei „im Hauruck-Verfahren” könne es doch auch nicht sein, meinte Birgit Maibom (USD) und erntete Zustimmung bei Stefan Tidden und Werner Opalka (beide CDU) sowie bei Bürgermeister Holger Schlierf. Tenor: Hinsichtlich der Mediennutzung hätten sich die Dinge geradezu dramatisch gewandelt, so dass man das Thema in den Zusammenhang der demnächst zu erörternden Schulentwicklungsplanung stellen müsse. Schlierf wies zudem auf die jüngste Raumdebatte und zu erwartenden „Ärger” hin: Die Realschule möchte die Fläche unter ihrem Forum lieber für die Übermittag-Betreuung ihrer Schüler nutzen. Das sind jetzt bereits 180, mit dem Ganztagsbetrieb im übernächsten Schuljahr wächst die Zahl erheblich.
Schließlich gab es beides: Ein Grundbekenntnis zur Bücherei mit dem Verfahren in Flaswinkels Sinn und eine Koppelung der Umsetzung an die anstehende Schuldebatte.
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