Brrrrrrrrrr!

Der Heimatverein Gahlen kümmert sich um das Kneipptretbecken an der Sportanlage des TuS Gahlen. Im Bild vorne: v.l. Heinz Enger und Wolfgang Jörgens.
Der Heimatverein Gahlen kümmert sich um das Kneipptretbecken an der Sportanlage des TuS Gahlen. Im Bild vorne: v.l. Heinz Enger und Wolfgang Jörgens.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sebastian Kneipp, der Sonntag Geburtstag hätte, liebte es kalt. Ein Besuch am Gahlener Wassertretbecken

Schermbeck..  Das Handtuch hätte ruhig zuhause bleiben können. Die Badelatschen auch. Denn wer denkt, dass ein Besuch am Kneipp-Becken auch zwangsläufig im Kneipp-Becken endet, der irrt. Zumindest machen die Herrschaften vom Heimatverein, mit denen wir hier im Geburtstagsmonat von Sebastian Kneipp verabredet sind, keinerlei Anstalten, auch nur den dicken Zeh ins Wasser zu stecken.

Die sieben Gahlener tragen lange Hosen, feste Schuhe, Strickjacken und Westen und wärmen sich angesichts des geschätzten zwölf Grad kalten Wassers an dem schattigen Plätzchen lieber mit Besen und Harke auf. Das tun sie übrigens regelmäßig, denn die Rentnertruppe vom Heimatverein Gahlen kümmert sich ehrenamtlich darum, dass das Kneipp-Becken an der Sportanlage im Aap stets einen frischen Eindruck macht.

Sie mähen den Rasen, fegen Blätter, halten das Grün ordentlich. Außerdem gibt es einen, der sogar täglich kommt. Willi Hartwig kontrolliert das Becken und leert die Mülleimer. Waltraud Biedermann hat die Beete bepflanzt.

Sebastian Kneipp, der am nächsten Sonntag 194 Jahre alt würde, hätte dieses Engagement der Bürger für die Gesundheit ganz bestimmt gefallen. Schließlich war er von der heilsamen Wirkung des Wassers überzeugt. Genau so wie Doris Rutert und Werner Hansen, die sich 1995 bei einer Fahrradtour vom Wassertretbecken des Heimatmuseums Weseke inspirieren ließen und die Idee hatten, eine solche Anlage auch in Schermbeck zu bauen. Mit Unterstützung von Bürgern und Vereinen konnte das Projekt schon ein Jahr später umgesetzt werden. Und seitdem kümmert sich der Heimatverein um das Becken, das im nächsten Jahr 20 Jahre alt wird und aus dem Naturbrunnen des benachbarten TUS Gahlen mit frischem Wasser gespeist wird. Die Kosten teilen sich Sport- und Heimatverein.

Und wer nutzt das Becken? „Vor allem in der Camping-Saison sieht man hier viele“, sagt Rainer Zeppen vom Heimatverein. Aber auch die Gahlener kommen zum Kneippen. Im Hochsommer sieht man hier sogar Kinder in Badesachen abtauchen. Ärgerlich ist für die Ehrenamtler des Heimatvereins nur eines: Immer wieder kommt es zu Vandalismus. Zuletzt warfen Unbekannte riesige Findlinge ins Becken, die mit Mühe wieder herausgefischt werden mussten.

Und? Zum Abschluss doch noch ins Wasser? Die Herren schütteln den Kopf. Sie müssen weiter und sich um den Mühlenteich kümmern. Und wir? Es gibt ja noch das Armbecken. Wenigsten hier einmal kurz eintauchen. Brrrrrrr! Das fühlt sich sehr gesund an.