Brauchtum nicht missbrauchen

Nicht alles, was brennt, darf auch ins Osterfeuer.
Nicht alles, was brennt, darf auch ins Osterfeuer.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Auch beim Osterfeuer gibt es Regeln – es gilt, auf den Umweltschutz zu achten und die Sicherheitsvorschriften einzuhalten

Hamminkeln..  Ob alle Hamminkelner tatsächlich Engel sind, wenn es um die Anmeldung des Osterfeuers geht, vermag Ordnungsamtsleiter Ulrich Arnold selbstverständlich nicht mit Gewissheit zu sagen. Immerhin: „Wir haben noch keine Übeltäter erwischt.“ Zumindest niemanden, der wissentlich das Osterfest dazu missbrauchen wollte, seine abgefahrenen Winterreifen oder Altölreste zu entsorgen. Eine Matratze sei allerdings schon auf einer Feuerstelle gefunden worden, sagt Arndt. Auch lackiertes Holz habe man aus einem Haufen gezogen. Solche Dinge passierten hier aber nicht aus böser Absicht, so der Ordnungsamtsleiter, sondern vielmehr aus Unwissenheit.

Bis spätestens Freitag, 20. März, können Hamminkelner Kirchen, Vereine, Organisationen, Nachbarschaften oder andere Gemeinschaften ein Osterfeuer beim zuständigen Fachdienst 32 anmelden. Bislang liegt die Zahl noch bei einer Handvoll, doch dabei wird es nicht bleiben, weiß Ulrich Arndt. „Die meisten Anmeldungen kommen noch auf den letzten Drücker.“

147 Anmeldungen im letzten Jahr

Das sei auch im vergangenen Jahr der Fall gewesen. Am Ende habe es insgesamt 147 Anmeldungen gegeben. „Darunter werden wir auch in diesem Jahr nicht liegen“, glaubt der Ordnungsamtschef. Das liege allein schon an der riesigen Fläche der Stadt. Als eine der flächengrößten Kommunen in NRW sei das Osterfeuer für viele Ortsgemeinschaften und auch Nachbarschaften in Hamminkeln obligatorisch.

Damit alles mit rechten Dingen abläuft und die Hamminkelner keine Dinge verbrennen, die nicht ins Feuer gehören, fährt das Ordnungsamt in der Woche vor Ostern durch die Ortsteile und macht Stichproben.

Neben den Materialien gelten Mindestabstände für das Osterfeuer, die unbedingt einzuhalten sind. So ist zum Beispiel ein Abstand von 100 Metern zu bewohnten Gebäuden und 50 Metern zu Straßen und Bahnlinien einzuhalten. Darüber hinaus ist die Feuerstelle auf einen Durchmesser von sechs Metern und das Brenngut auf eine Höhe von 3,50 Metern zu begrenzen. Auch muss jederzeit sichergestellt sein, dass eine Gefährdung oder erhebliche Belästigung der Allgemeinheit ausgeschlossen ist.

Außerdem müssen die Antragsteller zuvor einen Anmeldevordruck ausfüllen und unterschreiben, der auf der Hamminkelner Internetseite www.hamminkeln.de zum Download bereitsteht oder im Rathaus bereitliegt. Die schriftliche und unterschriebene Anmeldung hat für die Stadt einerseits eine organisatorischen, andererseits aber auch einen psychologischen Aspekt: Indem man das Blatt unterschreibe, verpflichte man sich schließlich, sich an die Vorgaben zu halten, so Ulrich Arndt. Mit anderen Worten: Die Hemmschwelle wird größer.

Und für alle, die bis dahin nicht wissen, wo sie mit ihrem Grünschnitt hin sollen: Der nächste Annahmetermin ist morgen, Samstag, 21. Februar.