Bomben, die auf Wesel fielen

Sie alle waren an der Planung der Gedenkveranstaltungen beteiligt.
Sie alle waren an der Planung der Gedenkveranstaltungen beteiligt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stadt lädt für Sonntag zu Gedenkveranstaltungen 70 Jahre nach der Zerstörung ein. Außerdem gibt es eine Ausstellung im Centrum.

Wesel..  Die Idee hat er schon lange im Kopf – seit 2011, um genau zu sein. Damals besuchte Rolf Oppenberg auf Malta eine Kirche, in die während des Zweiten Weltkriegs eine Bombe eingeschlagen, aber nicht explodiert war. Als Mahnmal war der Blindgänger im Eingang des Gotteshauses aufgestellt. „Das wäre doch auch etwas für Wesel“, dachte Oppenberg sich und trug seine Anregung schon damals an die Stadt heran. Nun, 70 Jahre nach der Bombardierung Wesels, ist Rolf Oppenbergs Idee Realität geworden. In der Galerie im Centrum an der Ritterstraße sind zwei Weltkriegsbomben in einer Vitrine gezeigt.

Die Ausstellung sei nicht leicht zu realisieren gewesen, sagt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Die britische zweineinhalb-Zentner-Bombe und die amerikanische fünf-Zentner-Bombe wurden in Wesel gefunden, vom Kampfmittelräumdienst entfernt und für die Präsentation aufgearbeitet. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellt sie der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung. In einer Vitrine werden die Blindgänger vor einer Fotowand mit dem Bild der alten und zerbombten Stadt und eingebettet in originalen Weseler Trümmern gezeigt. Sogar Reste eines alten Waschbeckens und eine Laterne der Komturei am Kornmarkt sind mit ausgestellt. Mindestens bis zum Ende des Jahres sollen die Bomben zu sehen bleiben. Zu den Öffnungszeiten des Centrums ist die Ausstellung frei zugänglich.

Zum Gedenken an die Zerstörung Wesels lädt die Stadt Wesel am kommenden Sonntag, 22. Februar, um 10 Uhr zu einer Kranzniederlegung an der Trauernden Vesalia ein. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hält eine Ansprache an der von der Weseler Künstlerin Eva Brinkmann geschaffenen Statue auf dem Bombenopferfeld des Friedhofs.

Gottesdienst im Dom

Um 11 Uhr beginnt anschließend ein ökumenischer Gottesdienst im Willibrordi-Dom. Beteiligt sind der evangelische Pfarrer Albrecht Holthuis und sein katholischer Kollege Stefan Sühling, Weseler Schüler, Zeitzeugen und die Domkantorei. Dom-Pfarrerin Sarah Brödenfeld hält die Liturgie. Die älteste Glocke der Stadt, die in der Flürener St. Marien-Kirche aufbewahrt wird, wird in den Dom gebracht und geläutet.

In der Engelkirche auf dem Fusternberg, deren Gewölbe im Krieg als Schutzbunker dienten, findet abends um 17 Uhr ein Konzert statt, gestaltet von den Sängern des Collegiums vocale und Solisten. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende für die Hospiz-Initiative gebeten.

Weitere Gedenkveranstaltungen sind im April und Mai geplant.