Bodenschwelle für die Bürgermeisterin

Wesel..  Der Elferrat der Büdericher St. Petri-Junggesellen hatte für seine Büttensitzung am Sonntag im Saal der Gaststätte van Gelder an alles gedacht, nur nicht an die Bühnenbeleuchtung. Und so blieben Elferrat und Akteure größtenteils im diffusen Halbschatten verborgen. Dabei war das Programm durchaus sehenswert, und dass mit Patrick Linz ein echter Prinz durch das Programm führt, erlebt man auch nicht so oft.

Anders verhält es sich da bei Marc „Euro“ Nieswand, der im Polderdorf als Koch in der Bütt seit Jahren bekannt ist. Als „Verkehrsminister“ machte er sich über die von der Stadt im vergangenen Jahr verlegten Bodenschwellen auf Büderichs Prachtboulevard lustig: „Da sieht man mal, wo unser Geld hingeht, wenn man in Wesel eine Frau zur Bürgermeisterin wählt. Mit Jürgen Linz wäre das nicht passiert, der hätte zuerst die Straßen saniert.“ Die Schlaglöcher auf der Pastor-Bergmann-Straße würden künftig geflutet und als Angelparadies vermarktet, kündigte Nieswand an. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp nutzte die Gelegenheit zur närrischen Gegenrede: „Bodenschwellen sind dem einen zu laut, dem anderen zu still, ich wüsste so gerne, was der Büdericher will.“ Von Prinz Patrick erhielt sie neben einem Orden prompt eine hübsch verpackte Bodenschwelle.

Narren auf den Stühlen

Die erste Zugabe des Abends musste die Gardetanzgruppe des Elferrates geben. Ihren zweiten Auftritt als tanzende Stewardessen verfolgten die Narren später stehend auf den Stühlen. Dafür gab es eine verdiente „Rakete“. Pascal Rusch als „pubertierender Teenager“ erinnerte an den Rosenmontag vergangenen Jahres: Da drehte der Büdericher Prinzenwagen von Veen kommend mit lautem Getöse eine Ehrenrunde durch Ginderich, woraufhin eine Kuh vor Schreck das Zeitliche segnete. „Ginderich werden wir morgen meiden, wenn wir heute nüchtern bleiben“, versprach das Elferratsmitglied.

Der Showtanz des Elferrates mit Salto Mortale, Bodenakrobatik und einem sich über den Köpfen seiner Mittänzer drehenden Daniel van Husen machte deutlich, dass es sich um das sportlichste Narrengremium am Niederrhein handeln dürfte. Auch dafür gab es tosenden Applaus und eine „Rakete“.

Gruß nach Ginderich

Ein Stammgast in der Büdericher Bütt ist „Charly“ Schweden, der in diesem Jahr als Hausmeister der Grundschule auftrat. Sinkende Schülerzahlen in Ginderich führte er darauf zurück, dass die Einwohner mehr auf den Alkohol als auf ihre Frauen schielten. Motto: „Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, in Ginderich ist’s umgekehrt.“ Die Narren verabschiedeten ihn mit stehenden Ovationen.

Neues aus „Bürck“ und der Welt vermeldeten Michael van Husen, Michael Pielniok und Lars Masur in ihren traditionellen „Kappesnachrichten“. Auch Uli Hoeneß war ein Thema: „Beim Uli bekommt der Spruch ,das Runde muss ins Eckige’ jetzt eine ganz neue Bedeutung“. Der Deppentanz des Elferrates, die Büttenrede von Guido Vater und eine gekonnte Playback-Show waren weitere Höhepunkte einer gelungenen Büttensitzung.