Blick zurück und in die Zukunft

Im Dom fand 1540 der erste Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel statt.
Im Dom fand 1540 der erste Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel statt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Evangelische Kirchengemeinde Wesel feiert ihr 475-jähriges Bestehen. Am Ostermontag wird ein Festgottesdienst im Dom gehalten.

Wesel..  Ein Jubiläum ist immer eine Gelegenheit, zurückzuschauen, den Blick aber gleichzeitig auch nach vorn zu richten. So geht die Evangelische Kirchengemeinde Wesel auch mit ihrem Jubiläum um. Seit 475 Jahren besteht die Gemeinde. Gefeiert wird das mit einem umfangreichen Programm, das an die Anfänge erinnert. Mit der neuen Gemeindekonzeption wird außerdem die künftige Ausrichtung vorgegeben und festgeschrieben.

Wie zur Geburtsstunde der Kirchengemeinde an Ostern 1540 wird am Ostermontag, 6. April, ein Festgottesdienst im Dom gefeiert, bei dem das Abendmahl mit Brot und Wein im Mittelpunkt steht. Die Feier beginnt um 10 Uhr. Als Gastprediger reist Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, aus Düsseldorf an. Zudem wirken Pfarrer, Presbyter, Chöre und viele andere Gemeindemitglieder mit. Ob wie im Jahr 1540 um die 1500 Leute den Weg in den Dom finden - davon lassen sich die Pfarrer überraschen. Da sie aber definitiv mit einem vollen Dom rechnen, habe man sich für ein Abendmahl überlegt, 20 Kelche und Brotteller durch die Reihen gehen zu lassen, erklärt Pastorin Sarah Brödenfeld.

Neue Konzeption

Nach dem Gottesdienst sind Besucher eingeladen, noch im Dom zu verweilen und sich die neue Gemeindekonzeption vorstellen zu lassen. Eineinhalb Jahre lang hat eine Arbeitsgruppe mit elf Mitgliedern an dem 28 Seiten umfassenden Konzept gearbeitet. Die größte Änderung im Vergleich zur mittlerweile zehn Jahre alten bisherigen Konzeption sei eine stärkere gesamtgemeindliche Ausrichtung, erklärt Sarah Brödenfeld. „Wir haben die Konzeption nun nach Themenfeldern und nicht nach Gemeindebezirken strukturiert.“ Zwar solle jeder Bezirk auch weiterhin seinen eigenen Charakter behalten, betont Pfarrer Albrecht Holt­huis. „Dennoch möchten wir Zusammengehörigkeit demonstrieren.“

Ebenfalls am Ostermontag nach dem Festgottesdienst wird im Dom eine Ausstellung zur Gemeindegeschichte eröffnet. Zu sehen sind etwa ein protestantischer Kelch aus dem Jahr 1624 und ein Brotteller von 1617 sowie Dokumente, wie ein altes Trauregister oder die Einstellungsurkunde von Iman Ortzen, der 1540 erster evangelischer Pfarrer in Wesel war.

Weitere Veranstaltungen

In den nächsten Tagen gibt es weitere Veranstaltungen zum 465-jährigen Bestehen der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel. Am Freitag, 10. April, hält die Bonner Professorin Ute Mennecke um 19.30 Uhr im Dom einen Vortrag über die Anfänge der Reformation in Wesel im Spiegel der Reformationsgeschichte des Rheinlandes. Der Eintritt ist frei.

Judy Bailey und ihre Band treten am Sonntag, 12. April, im Lutherhaus auf. Beginn ist um 19.30 Uhr. Außer der Sängerin aus Alpen steht auch Björn Amadeus Kahl auf der Bühne, der durch „The Voice of Germany“ bekannt wurde. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 15 Euro und im Vorverkauf im Lutherhaus und den Gemeindezentren zwölf Euro. Jugendliche zahlen fünf Euro.

„Dumm gelaufen – 475 Jahre evangelisch“ heißt es am Freitag, 17. April, ab 19.30 Uhr im Lutherhaus. Dann ist Kabarettist Okko Herlyn zu Gast. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwölf, im Vorverkauf zehn Euro. Jugendliche zahlen auch hier fünf Euro.

Beim Weseler Domkonzert am Sonntag, 19. April, um 18 Uhr präsentierten Daniel Schmahl (Trompete und Flügelhorn) und Martin Rathmann (Orgel) aus Berlin Werke von Johann Sebastian Bach und jazzige Improvisationen. Der Eintritt kostet acht, ermäßigt fünf Euro.