Bislich will die Schule im Dorf lassen

Die Grundschule ist ein Herzstück von Bislich. Die Kleinen sorgen für Leben und stehen für Zukunft.
Die Grundschule ist ein Herzstück von Bislich. Die Kleinen sorgen für Leben und stehen für Zukunft.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Heimatverein und Förderverein holen Kinder aus Haffen und Mehr mit dem Bus ab. Die Grundschule hat einen guten Ruf – sie soll auch 2016 genug I-Dötzchen bekommen

Wesel..  Bislich ist stolz aufs Dorf. Und auf seine Grundschule sowieso. Für das neue Schuljahr ist alles in trockenen Tüchern: 21 Kinder haben sich angemeldet, die nächsten I-Dötzchen können an den Start gehen. Etwas bang dagegen richtet sich der Blick auf 2016. Dann könnte es schwierig werden, eine Eingangsklasse zu bilden.

Alle ziehen mit

Heimatverein und Förderverein tun alles, um die Grundschule zu erhalten. Sie gehört einfach zum Dorf. Seit vier Jahren holt ein ehrenamtlich gelenkter Schulbus Grundschulkinder aus Haffen und Mehr ab, bringt sie nach Bislich zur Schule. Und um 14 Uhr, noch einmal um 16 Uhr, auch wieder zurück nach Hause. Der Service ist inklusive. Schriftführer Willi Amerkamp hat selbst schon Kinder gefahren, „das macht Spaß. Bei uns haben es die Kinder doch gut. Wir bringen sie bis zur Haustür.“ Zwölf Fahrer kümmern sich um die Kleinen, Freiwillige finden sich immer für den Job. Und die Freiwillige Feuerwehr sorgt dafür, dass der Schulbus immer startklar ist, pflegt ihn und sorgt für die Technik.

Andreas Siegmund vom Förderverein der Grundschule zeigt sich zuversichtlich. „ Die Grundschule hat einen guten Namen“, erläutert er. Etwas mehr als 90 Kinder drücken hier die Schulbank. Mit dem Lehrschwimmbecken nebenan können sie problemlos Schwimmunterricht haben, führt er auf. Natur – die Kinder beobachten genau, was sich im Storchennest tut – steht genauso auf dem Stundenplan wie Sport.

Die Vereine sorgen dafür, dass bei der Übermittagbetreuung Flöten-AGs, Tennis und andere Aktivitäten angeboten werden. Eislaufen gehört ebenso regelmäßig dazu, vom Förderverein spendiert.

Damit das so ist, tut der Förderverein eine Menge. Er zählt rund 200 Mitglieder. Viele von ihnen wollen die Schule unterstützen,ohne selbst Nachwuchs dort zu haben. Grundschule und Kindergarten sind zentrale Einrichtungen im Dorf, und sie sollen es bleiben.

Familien sind willkommen

Neben Haffen und Mehr könnte auch Verstärkung aus Mehrhoog kommen. Derzeit fährt der Schul-Shuttlebus dort nicht mehr vor, das ließe sich aber problemlos ändern. Die Aktiven wollen das nun begonnene Jahr dafür nutzen, zu informieren, Eltern in die Schule einzuladen, zu werben. Und die Grundschule zu erhalten.

Ein wenig Hoffnung ruht auch auf den Baugrundstücken am evangelischen Friedhof. Junge Familien, die sich hier ansiedeln, wären hoch willkommen. Neben der Werbung im Internet soll künftig auch ein Schild auf diese Baumöglichkeit hinweisen. Heimatverein und Förderverein der Grundschule sind zuversichtlich: Auch 2016 wird es genug Kinder für die Bislicher Grundschule geben.