Bislich hat sein Freibad

Wesel..  Definitiv – das ist kein Badewetter gestern am Ellerdonksee. 12 Grad Wassertemperatur. Niemand zieht es an diesem Nachmittag der offenen Tür ins kalte Nass. Zufrieden schauen sie dennoch aus, die Aktiven und ihre gut gelaunten Gäste. „Die Bürger von Bislich haben jetzt ein Freibad!“, Gerd Hakvoort, Vorsitzender des Heimavereins, bringt es auf den Punkt. Die meisten Besucher haben ihn schon in der Tasche, den kleinen Chip, der ihnen die Tür zum Badespaß öffnet (siehe Box). Fehlt nur noch die Sonne, aber die Bislicher haben es gelernt, geduldig zu sein.

Der Traum, der jetzt in Erfüllung geht, wird schon lang geträumt. „30 Jahre haben wir darauf gewartet“, sagt Ursula Bruns, die – klar – bereits Mitglied ist. „Da wurde schon von gesprochen, als die Kinder klein waren.“ Über die Umsetzung ist die Bislicherin Oma geworden. „Mein Enkel Max freut sich schon darauf. Er will unbedingt paddeln...“ Das blaue Boot am Ufer, hat es dem Dreijährigen angetan.

Wer es genau nimmt: Der Plan, ein Freibad für Bislich zu bauen, entstand bereits Anfang der 70er Jahre, als das Dorf noch zum Amt Ringenberg gehörte. Heute ist es Teil der Stadt Wesel. Die hatte den stellvertretenden Bürgermeister Peter Heß entsandt, der die gemeinsame Anstrengung von Kiesindustrie, Sponsoren und den Privatleuten des Heimatvereins lobte.

Den Bau hat die Kiesfirma Holemans übernommen, die hier abgebaut hat. „Aber wir durften Wünsche äußern, sagt Gerd Hakvoort, Geschäftsführer Michael Hüging-Holemans lächelt. Jetzt ist der Heimatverein Pächter, mit Ausnahme der Räume, in denen Tanja Weßling ihr Strandcafé Storchennest betreibt.

Das echte Storchennest, das die Aktiven des Heimatvereins aufgestellt haben, ist dagegen noch verwaist. Vielleicht finden sich im kommenden Jahr ja die schönen Vögel ein, um dem Projekt noch mehr Leben einzuhauchen.

Bratwurstduft, Sekt und Bier – die Gäste fühlen sich wohl. Rund 200 hat der Heimatverein eingeladen, viele schauen kurz vorbei, andere bleiben. Man kennt einander. „Die Bäume müssen nur schnell wachsen“, meint Besucherin Agnes Giesen, „damit der Wind vom Rhein etwas abgehalten wird.“ Wieder so eine Geduldsprobe, doch das kennen die Bislicher schon.