... bis die Schwarte kracht

Die Rebell Tell Band brachte Bewegung in die Niederrheinhalle.
Die Rebell Tell Band brachte Bewegung in die Niederrheinhalle.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Rebell Tell füllte die Niederrheinhalle mit weihnachtsmüden Fans. Rund 1000 Zuhörer kamen.

Wesel..  Volles Haus bei X-Mas Stomp mit der Rebel Tell Band in der Niederrheinhalle. Gute handgemachte Rockmusik - mal im Country- oder Rockabillystil, mal im Ska- und auch im Partymusikgewand – versüßte dem anwesenden „Partyvolk“, wie es Fan Klaus Gerden aus Bochum formulierte „den Abschluss des diesjährigen Weihnachtsfestes“: Rund 1000 Zuhörer waren gekommen.

Es dauerte eine ganze Weile, bis die Herren der Rebel Tell Band die Bühne betraten. Warten war da angesagt, und so vertrieben sich die Gäste – beispielsweise die beiden Weseler Frieder Räck und Hans Gerd Haverkamp - die Zeit mit Gesprächen, Getränken und kulinarischen Gaumenfreuden.

Alles, damit man fit für den Ritt auf dem Groove war, der dann ab 22 Uhr die Massen in Wallung brachte. Vorher gab es Musik – ebenfalls live natürlich – von der Weseler Band „Red Moving Tree“, die seit zwei Jahren den Musikzirkus in der Hansestadt bereichert.

Mit einer ausgezeichnet beim Publikum ankommenden Performance sorgten „Red Moving Tree“ – das sind die Sänger Julius Kühn, und Mary Darling, Felix und Lukas Winkelhausen (Schlagzeug / Piano), Felix Raupp und Peter Palberg an Bass und Gitarre - mit ihrem Folk-, Singer-, Songwriter- und Country-Rock für gute Laune und beste Stimmung.

„Angefangen hat alles vor rund 20 Jahren“, erzählt Volker Hachenberg (Rebel Tell Band). „1993 im „Zapp“ am Kornmarkt nahm das Rebel Tell Weihnachtskonzert seinen Anfang.“ Nach vielen Orten und Lokalitäten füllt das Traditionskonzert jetzt locker die Niederrheinhalle. „Eine tolle Entwicklung“, meinen einige Gäste. „Wir kommen immer gerne, weil man den ganzen Weihnachtsspeck, den man sich über die Feiertage angefressen hat, hier wieder abtanzen kann.“ Maria und Thorsten Radecker, die aus dem Ruhgebiet nach Wesel gekommen sind, bringen den Musikspaß auf einen einfachen Nenner: „Party, feiern und tanzen bis die Schwarte kracht!“

Mit seiner prächtigen Rockstimme begeisterte wieder Rebel- Tell-Sänger Frank Pürzer. Egal ob beim inbrünstigen Opener-Schrei ins Mikrofon oder ganz schnell artikulierend bei „Girls Girls Girls“ oder „Rumble in Brighton“ - im Original von den „Stray Cats“. Besonderen Sound brachten auch Gitarrist „Dicky King Gerlach“ und die Rebel Horns alias Henjek und Stenjek Popolski mit Eddy Speicher hervor.

Vom Jugendlichen, der mit seinen Eltern das Konzert besuchte bis zum vom Rollator gestützten Senior war es eine große begeisterte „Familienfeier“. Man sah Gäste im Petticoat-Look, im vollen Tattoo-Ornat, mit Löwenmähne oder mit rasiertem Kurzhaar. „Hier gibt es nicht nur was zu hören, sondern auch zu schauen, schön“, befand ein Pärchen, als des den Saal betrat.

Der Sound war druckvoll und laut. Der wild zupfende und schlagende Kontrabassist hielt sein Instrument hoch über den Kopf und faszinierte durch Spiel und Look. Der Rebel Tell Band-Stil , beispielsweise perfekter zweistimmiger Rockgesang, überzeugte auch diesmal voll und ganz. Auf dem Konzertprogramm stand auch ein Gastauftritt von Sängern des Männerchores Obrighoven, die mit der RTB (Rebel Tell Band) eine Hommage an Udo Jürgens präsentierten und „Griechischer Wein“ schmetterten.

Auf jeden Fall hat sich das RTB-Konzert zum Ausklang des Weihnachtsfestes wieder einmal als Publikumsmagnet entpuppt. „Das Konzert ist einfach ein feste Größe geworden“, bilanziert Frieder Räck (aus Wesel). Das freut Band und Publikum - und bis zur neuen CD der RTB im Februar ist es auch nicht mehr lange hin. Schlagersongs, die unterm Strich doch nur Rock’n’Roll sind, werden dann wohl auch im kommenden Jahr beim X-Mas Stomp für Wohlfühlmomente sorgen.