Bildungsauftrag: Wiedervereinigung

In den Gängen der VHS ist die Ausstellung zur Wiedervereinigung vor 25 Jahren zu sehen.
In den Gängen der VHS ist die Ausstellung zur Wiedervereinigung vor 25 Jahren zu sehen.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die VHS in Wesel skizziert in Kooperation mit lokalen Partnern den „Weg zur Deutschen Einheit“.

Wesel..  Als im Sommer 1989 Tausende Bürger der Deutschen Demokratischen Republik in den Westen flüchten, beginnt etwas, das man später Weltgeschichte nennen wird: die Wiedervereinigung Deutschlands.

Die Mauer, die das Land nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei Staaten geteilt hatte, fällt am 9. November. Ein Jahr darauf, am 3. Oktober 1990, ist die deutsche Einheit besiegelt – die friedliche Revolution hatte Erfolg, die DDR gibt es nicht mehr.

150 Bilder und Reproduktionen

Wie es genau dazu kam und was folgte, das zeigt die VHS in Kooperation mit der Stadt und dem Andreas-Vesalius-Gymnasium als Vertreter aller Schulen in Wesel aktuell mit der Ausstellung „Der Weg zur Deutschen Einheit“, zur Verfügung gestellt von der Bundesstiftung Aufarbeit. 150 Bilder und Reproduktionen, angereichert mit Texten, informieren in der 3. Etage des VHS-Gebäudes an der Ritterstraße über das Ende der Diktatur durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.

Über QR-Codes können Besucher mit internetfähigen Mobiltelefonen außerdem auf Videopodcasts zugreifen, in denen Zeitzeugen zurückblicken. Ein multimedialer Aspekt, der vor allem junge Menschen ansprechen soll, sagt VHS-Direktor Andreas Brinkmann. Bis zum 17. Juni haben Interessierte noch die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen.

Die Plakate greifen alle wichtigen Eckdaten auf, beginnend mit der Zweiteilung Deutschlands nach Kriegsende, hin zu der friedlichen Revolution gegen die SED-Diktatur. Die Bilder und Texte thematisieren zudem die Momente, als die Einheit in den Blickwinkel deutscher und internationaler Politik gerät, ebenso wie die wegweisenden Zwei-plus-Vier-Verhandlungen.

Zu Diskussionen anregen

„Mit der Ausstellung zur deutschen Einheit wollen wir zu Gesprächen und Diskussionen anregen“, erklärt Andreas Brinkmann. Dem VHS-Direktor ist das ein besonderes Anliegen, denn er selbst war damals 14 Jahre alt und verbrachte seine Ferien in Thüringen. „Das waren Bilder, die ich niemals vergessen werde“, sagt er heute.

Das Ende der Diktatur für die DDR-Bürger, die Eingliederung in die Demokratie – „Wir wollen, dass sich die Besucher mit den Staatsformen auseinandersetzen.“

Politische Bildung, das gehöre schließlich zur Arbeit der Volkshochschule und die Deutsche Einheit nehme dabei einen großen Teil ein.

Wichtig sei das vor allem für die Generationen, die keine Chance hatten, die weltbewegenden Ereignisse von damals hautnah miterleben zu können. Gerade deshalb sei die aktive Aufarbeitung in den Schulen unvermeidbar und ein wesentlicher Bestandteil unter anderem des Zentralabiturs, sagt AVG-Leiterin Dorothée Brauner. „Durch unseren Unterricht wachsen die Schüler schließlich in ihre politische Rolle hinein.“ Und dazu gehört eben auch, das Durchsetzen politischer Forderungen auf friedlichem Wege.