Bilder zeigen historisches Wesel

Waltraud Wengerter stöbert gerne durch ihre alten Schätze. Das Fotografien hat sie vor mehr als 20 Jahren erstanden.
Waltraud Wengerter stöbert gerne durch ihre alten Schätze. Das Fotografien hat sie vor mehr als 20 Jahren erstanden.
Foto: Funke Foto Services
Waltraud Wengerter besitzt Fotografien von alten Postkarten, die Wesel zu Beginn des 19. Jahrhunderts zeigen. Vieles wurde nach Kriegsende wieder aufgebaut, einiges bleibt vergessen

Wesel..  „Nichts ist mehr so wie es mal war“, sagt Waltraud Wengerter und blättert versonnen durch das kleine, bordeauxrote Postkarten-Album, das Wesel zeigt – die Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. „Nach dem Krieg war ja alles zerbombt. Da hat sich einiges verändert.“ Die 81-Jährige zeigt auf ein altes Foto des Berliner Tors um 1910, als es noch „so schön verziert“ war. Daneben prunkt die alte Post mit ihrem roten Ziegeldach und der weißen Front. „Aber die war ja nach dem Krieg total zertrümmert.“

Fotos vom spätgotischen Rathaus

Waltraud Wengerter schaut sich gerne die Fotografien der frühen Postkarten an – das spätgotische Rathaus mit seiner verzierten Fassade und dem kunstvollen Türmchen auf dem Dach, den grünen Willibrordiplatz samt majestätischem Dom und schicker Altbauten oder die historische Variante der Brückstraße mit längst vergessenen Ladenschildern.

„Wie schön Wesel war ...“, sagt sie immer wieder. Und jetzt? Die Seniorin schüttelt den Kopf. „Es ist jedenfalls nicht schöner geworden.“ Sie selbst ist erst in den 60er Jahren nach Wesel gezogen, „da war alles schon wieder aufgebaut“, doch das alte Wesel ließ sie nicht los. Auf einem Adventsmarkt vor über 20 Jahren wurde sie fündig, stieß auf das kleine Postkartenalbum – ein kleiner Schatz. „Jetzt hole ich es hin und wieder hervor, zeige es Besuchern oder blättere es durch.“

Leser teilen ihre Schätze

Nur wenig war nach dem Krieg übrig geblieben von den historischen Bauten, die der Hansestadt einst ihren Charakter verliehen. Vieles wurde wieder aufgebaut – anders, aber dennoch erinnernd. Einiges halten lediglich historische Fotografien fest, wie die von Waltraud Wengerter. Und sind es nur die Pferdekutschen, die längst nicht mehr fahren, die alten Gaslaternen, deren Replikate auch heute noch in keiner Altstadt fehlen dürfen, oder die feine Kleidung der Frauen und die schnieken Anzüge der Männer, die lange nicht mehr modern sind.

Waltraud Wengerter hat ihre alten Schätze mit der NRZ-Redaktion geteilt, ebenso wie schon viele andere Weseler. Ein Großteil der Bilder soll in dem Hochglanz-Sonderheft Platz finden, das den Titel „Unser Wesel - Fotos erzählen Geschichte(n)“ trägt. Haben Sie noch Bilder, die das alte Wesel zeigen und Geschichten, die wir wieder aufleben lassen können? Dann melden Sie sich doch bei uns.

Bilder per Post – gerne auch persönlich – an die NRZ-Redaktion, Doelenstraße 5, 46483 Wesel. Oder per E-Mail an lok.wesel@nrz.de, allerdings muss die Auflösung so hoch sein, dass es für den Zeitungsdruck geeignet ist.