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Betuwe: Initiativen gemeinsam?

08.05.2009 | 17:23 Uhr

In Mehrhoog ging man aufeinander zu

Kurz vor dem 18. Jahrestag ist der deutsch-niederländische Vertrag zur Betuwe-Linie im Gespräch wie nie. Bei einer Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft „Betuwe-Initiative Sicherheit siedlungsfern” (BISS) mit 60 Interessierten und örtlichen Mitgliedern der Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht” in Mehrhoog wurde der Film eines explodierenden Kesselwagens gezeigt. „Wir wollen keine Panikmache betreiben”, sagte BISS-Vorsitzender Karl-Heinz Jansen. Der Film solle die Forderung der Initiative stützen, die Betuwe-Linie siedlungsfern zu führen. Ein brennender Kesselwagen explodiere innerhalb von 15 Minuten, seine Teile flögen bis zu 200 Meter weit, wurde berichtet.

„An dem Punkt waren wir auch vor einigen Jahren”, erzählte Paul Freriks aus dem niederländischen Zevenaar. Er plädierte für die siedlungsferne Verlagerung des Güterverkehrs oder eine Untertunnelung wie in Zevenaar und Dordrecht. In den Niederlanden trotz massiver Budget-Überschreitung bereits umgesetzt, können die Deutschen von einer Verwirklichung der Forderung: „Betuwe wollen wir nicht hören, nicht sehen, nicht fühlen” bislang nur träumen. Monate vor dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens stehen die Bürger vor undurchschaubaren Gesetzeslagen, den Lärm- und Gefahrschutz betreffend. Aber in Wahlkampfzeiten fechten lokale Politiker mit den Bürgern eher Seite an Seite. „Eine Jahrhundertstrecke muss Jahrhundertgeld kosten” – diese Aussage beklatschten viele Anwesende. „Wir wollen hier nur leben können”, sagte eine Anwohnerin.

Austausch angeboten

Info
Treff bei Schepers

Am Donnerstag, 28. Mai, lädt die Interessengemeinschaft BISS um 19 Uhr in die Weseler Gaststätte Schepers an der Schermbecker Landstraße ein.

Bei manchen eckt BISS an: „Die Warnung vor der Unterschriftenaktion von Bürgerinitiative und regionaler Politik ist unpassend gewesen”, meinte Michael Möllenbeck. Sie findet sich auf der BISS-Internetseite. Andere Politiker wie Johannes Flaswinkel (Grüne) und Manfred Winter (SPD) unterstützen eine gemeinsame Vorgehensweise beider Initiativen. Jörn Schroh, stellvertretender Vorsitzender der Weseler Bürgerinitiative, bot BISS einen Austausch auf Vorstandsebene an. Auch BISS-Beisitzer Frank Apfel will nicht, „dass wir uns gegeneinander ausspielen lassen”.

Nicht festlegen wollte sich der BISS-Vorstand auf die Lage der siedlungsfernen Trasse. Gegen eine derartige Verlagerung des Problems Richtung Hamminkeln und Ringenberg sprach sich Bürgermeisterkandidat Flaswinkel aus.

Stefan Schmelting

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Kommentare
17.05.2009
21:17
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von Klaus.Taler | #10

@Johannes Kettlack,

da Sie die Wahlen und die Politik angesprochen haben:
Ich bin dafür, dass die Politik (und die Bahn AG erst recht) jeden einzigen Anwohnern vor der Wahl die jeweilige Maßnahme vor dem eigenen Grundstück erklärt und zusagt.
Ich habe jetzt so lange gewartet und weis immer noch nicht, welche Maßnahmen genau an meinem Grundstück vorgenommen werden sollen.
Wovor hat die Politik oder die Bahn AG Angst?
Was ist genau an den jeweiligen Grundstücken geplant?
Bekommt überhaupt jeder einen Lärmschutz ?
Sicherheit kann keiner garantieren. Die gibt es nur mit einer kompletten Auslagerung des Güterzugverkehres.
Wie sagt man so schön: Butter bei die Fische, liebe Politik, liebe Bahn AG.

17.05.2009
20:37
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von Johannes Kettlack | #9

Habe mittlerweile die Begründung gegen die A3-Trasse gelesen. Hier müsste voraussetzungslos diskutiert werden: Man kann Unter-/Überführungen
nicht erst ausschießen und dies dann als Argument gegen diese Trasse benutzen.-Sollte man nicht alle Politiker, die in den nächsten Monaten gewählt werden wollen, auffordern, Ihren Standpunkt zu begründen?

10.05.2009
21:33
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von Angelique.Oomen | #8

Herr Schröder,

ich bin tatsächlich von Emmerich ausgegangen, weil sie die Stadt als Beispiel genannt haben.

Dass sie der Initiative BISS angehören, hatte ich durch ihre Aussagen vermutet.

Ich persönlich würde es gut finden, wenn beide Initiativen sich stark machen, gemeinsam gegen die Bahn an zu gehen und das Optimale für Anwohner zwischen Duisburg und Emmerich raus zu holen. Sowohl Sicherheit als auch Lärmschutz.
Und ich teile ihre Ansicht, dass die Bahn in Deutschland viel mehr investieren muss - eine Billiglösung kann keiner wirklich hinnehmen wollen. Dafür sind die Folgen viel zu erheblich.

09.05.2009
17:14
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von JoschkaSchroeder | #7

Wie viele Menschen sind denn nahe der Autobahn und an der jetzigen Strecke betroffen, POULVER ? Haben Sie da mal Zahlen ?
Ihnen scheinen Menschenleben und die Schädigung von Menschen egal zu sein. Wer weis wo Sie wohnen.
Da machen uns die Niederländer vor wie eine Streckenverlegung vernünftig und menschenfreundlich zustande kommt, aber hier in Deutschland hat man Angst vor diesen Möglichkeiten.
Die alte Strecke ist Steinzeit, POULVER.
In den Niederlanden haben sich die Anwohner nicht so über den Leisten ziehen lassen.
In Deutschland rechnet man Menschenleben gegen Geld auf - unerträglich diese Denke.

09.05.2009
15:38
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von Poulver | #6

Man will wieder zurück in die Postkutschenzeit. Es ist doch unverständlich,wenn man die Betuwe andie A3 verlegt,dort wohnen auch Menschen
die genug Lärm haben. Wenn alles so bleibt ist
eine bessere und gerechtere Lärmverteilung.
Natürlich könnten sich einige nicht Profilieren.

09.05.2009
00:30
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von JoschkaSchroeder | #5

Ich wohne auch in Wesel (wie kommen Sie auf Emmerich ?), aber kenne die Probleme der Anwohner und Initiativen bis ins Ruhrgebiet.
Im übrigen gehöre ich keiner Initiative direkt an (wie kommen Sie auch darauf?), sondern halte die Auslagerung
des Güterverkehres für sinnvoller, weil Menschenleben oder auch Körperverletzung keinen Preis haben darf.
Man hat jetzt viele Jahre auf die Bahn warten müssen.
Ich erwarte ein Planoffenlegung der Bahn für jeden Meter Lärmschutz und Verlegung (hoch, tief, seitlich) der Strecke.
Ich traue weder den Worten der Politikern, noch denen der Bahn.
Jeder Anwohner soll vor der Wahl wissen, was die Bahn genau vor ihrem Grundstück plant. Und das dann alles schriftlich, denn was mündlich ist, ist nie gewesen.
Also Offenlegung und Zusage der genauen Maßnahmen.
Wer 18 Jahre aktiv ist, hat ja bisher ein wirklich dolles Ergebnis erzielt - nämlich NICHTS !!!

08.05.2009
23:56
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von Angelique.Oomen | #4

Herr Schröder,
wieso ihnen die Auslage verwehrt wurde kann ich nicht wissen. Aber das schrieb ich auch schon zuvor.
Was in Emmerich abläuft, kann ich nicht beurteilen, ich wohne in Wesel.

Ich spreche doch nicht gegen das, was sie sagen, bzgl. Bahn und dass diese machen wird, was sie will, aber vor allem dann, wenn es keine einheitliche Auseinandersetzung gibt.


Denken sie denn wirklich, weil Wahlen bevorstehen, dass es Zusagen geben wird? Die CDU und FDP stehen da aussen vor - die haben den Vertrag von Warnemünde zu vertreten. Das sollte man nicht vergessen.
Und heute sollen 18 Jahre später Müntefering und Co. den Karren aus dem Dreck ziehen?

Entschuldigen Sie, aber wo ist ihre Initiative die letzten 18 Jahre geblieben - ist doch nicht erst seit Januar 09 bekannt.
Dass dann Initiativen, die seit fast 18 Jahren aktiv sind, sich negativ äußern, ist doch wohl nachvollziehbar.

08.05.2009
21:39
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von JoschkaSchroeder | #3

Angelique.Oomen,
je mehr Unterschriften desto besser.
Warum haben Sparkassen, Banken und Werbegemeinschaft in Emmerich die andere Liste verwehrt ?
Das sind Fakten und hat nichts mit Populismus zutun.
Der Keil in Emmerich scheint aus den Reihen der Ratsfraktionen getrieben zu werden.
CDU/SPD u.a. Ratsparteien werden keine Sicherhei,so wie sie in den Niderlanden vorhanden ist, bieten können.
Die Bahn macht was sie will. Der Anwohner wird keine Chance haben.
Nicht jeder Anwohner wird Lärmschutz erhalten.
Tlw. wird es einen Mini-Pseudo-Lärmschutz geben.
Ich möchte vor den Wahlen eine Zusicherung auf vernünftigen Lärmschutz.
Nach der Wahl gibt es keinen oder nur einen Minilärmschutz.
Schauen Sie sich mal (GOOGLE) in Deutschland um, dann wissen Sie bald, dass die Bahn bzgl. Lärmschutz und Sicherheit schon viele Anwohner enttäuscht hat.
Ich möchte verbindliche Zusagen vor der Wahl, und zwar schriftlich !!!!!
Was sagt Franz Müntefering:
Manche wollen uns nach der Wahl an dem messen, was wir vor der Wahl versprochen haben. Das finde ich unfair.

08.05.2009
21:10
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von Angelique.Oomen | #2

Herr Schröder,
das was sie nun machen ist Populismus und hat einen faden Beigeschmack. Wenn sie wirklich der Meinung sind, dass dies Wahlkampfstimmen sind, die eingefangen werden sollen, dann ist dies perfide.
Denn egal welche Partei gewinnen sollte, bleibt die Problematik bestehen. Und die ausgelegten Listen sind keine Parteilisten, sondern sind Listen, die sich für den Lärmschutz einsetzen.

Parteien haben wohl nichts damit zu tun, wenn anderen verwehrt wird, ihre Listen aus zu legen.

Was sie treiben ist nicht der Sache dienlich.

Ich bin der Meinung, man sollte zusammen und gemeinsam das Optimale erreichen - denn so wird nur der Bahn zugespielt, die als Gewinner aus dem Hickhack hervorgehen wird.

08.05.2009
18:08
Betuwe: Initiativen gemeinsam?
von JoschkaSchroeder | #1

***Die Warnung vor der Unterschriftenaktion von Bürgerinitiative und regionaler Politik ist unpassend gewesen***
Die CDU und die SPD haben ihre Listen auch in Sparkassen u.a. Räumen zur Unterschrift ausgelegt.
Die Möglichkeit hatte die IG-BISS nicht bzw. es wurde ihr sogar verwehrt.
Sparkassen und Banken waren parteilich !
Der CDU/SPD geht es doch nur um mehr eigene Stimmen zur IG-BISS-Unterschriftenliste ?
DAS IST PURES KONKURRENZDENKEN !

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