Beste Töne, made in Brünen

Die Young People Big Band.
Die Young People Big Band.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Young People Big Band schreibt seit rund drei Jahrzehnten Erfolgsgeschichte.

Hamminkeln..  Marcell Oppenberg könnte stundenlang erzählen. Von den Anfängen als Posaunenchor in Brünen, aus dem sich erst ein Blasorchester und dann eine Big Band entwickelte. Von Auftritten mit Promis wie dem inzwischen verstorbenen Paul „Paulchen“ Kuhn, mit Bill Ramsey, Tom Gaebel, Gitte Haenning und zuletzt Thilo Wolf, allesamt nette Menschen, „freundlich, unbefangen, hilfsbereit“. Vom Repertoire, das größer und größer wurde und heute von Jazz, Swing und Latin bis zur Rockmusik reicht. Von Jazz-Festivals in Düsseldorf, Mülheim und Idstein in Hessen. Von TV-Auftritten beim ZDF-Sonntagskonzert und anderen vor Angela Merkel, Helmut Kohl und Hannelore Kraft. Und natürlich vom Zauber der Musik, der ihn als Leiter der Young People Big Band seit vielen Jahren trägt. Jetzt ist die neue CD „Highway To Swing“ erschienen. Zeit für eine Rückschau mit Ausblick.

Liebgewonnene Traditionen

„Gesellschafter, Planer, Bandleader“ nennt sich Marcell Oppenberg - „Chef“ sagen die Musiker zu ihm, mit denen er seit mehr als zwei Jahrzehnten zusammenarbeitet. Young People, junge Leute, sind darunter, aber nicht nur. Das Durchschnittsalter der heißen Big Band made in Brünen liegt heute bei etwa 30, der jüngste Musiker ist 16, der älteste ist er selbst: Marcell Oppenberg, 52 Jahre, Schermbecker, Trompeter seit dem sechsten Lebensjahr. Wobei der lebhafte, eloquente Mann einräumt, inzwischen selbst nicht mehr zum Spielen zu kommen. Günter Noris Bundeswehr-Big-Band war seinerzeit sein Ziel, als man ihn ausgemustert hat, ging er lieber studieren und wurde Diplom-Ingenieur. Nicht die schlechteste Entscheidung, wie Oppenberg heute weiß. „Die Musik ist mein professionelles Hobby.“

Seit 24 Jahren leitet er die Young People Big Band, Mitglied ist er schon viel länger. Und so kann er herrlich erzählen aus der Welt der Musik, von seiner Band, die mit der Zeit geht und heute aus dem Kulturleben im Kreis Wesel und darüber hinaus nicht mehr wegzudenken ist. Geprobt wird immer noch in Brünen, in den Räumen der ehemaligen Hauptschule, und auch Auftritte in Seniorenheimen stehen nach wie vor auf dem Programm. Für Oppenberg eine liebgewonnene Tradition und das pure Vergnügen. Schon weil sich die Herrschaften dort so freuen, wenn er und seine Jungs und Mädels loslegen mit diesen famosen, den unsterblichen Glenn-Miller-Songs.

Acht neue Musiker sind zuletzt dazugekommen und ließen die Anzahl der Young Poeple von 24 auf 32 steigen. Rund 420 Titel aller Genres umfasst das aktuelles Repertoire, darunter Standards von Duke Ellington und 80er-Pop wie „Against All Odds“ von Phil Collins. Aber die Young People können mehr. Zuletzt traten sie mit Jazzer Thilo Wolf und Rocker Hermann Skibbe im Bühnenhaus auf und wurden für ihre Rocksongs gefeiert, einmal die 70er rauf und runter, vorbei an Queen, Thin Lizzy, ZZ Top, Aerosmith, Deep Purple und den Moody Blues mit ihrem Herzschmerzsong „Nights in White Satin“. „30 Minuten Standing Ovations“, freut sich Oppenberg, wie sich nur einer freuen kann, dessen Herz für eine Sache brennt. Er hofft, das Konzert noch einmal wiederholen zu können, aber Aufwand und Kosten sind immens, „vielleicht in zwei Jahren ...“

Eigene Jazznacht

Aktuell stehen andere Projekte an. Die neue CD, die soeben erschienen ist und klassische Arrangements wie „What A Wonderful World“, „I Got Ryhtm“, „Moonlight Serenade“ oder „Samba Para Ti“ enthält. Außerdem ist da die nächste „Night of Music“ im Hotel Voshövel am 19. Dezember, die die Young People Big Band regelmäßig in Eigenregie auf die Bühne stellt. Acht Bands treten auf, bis zu 800 Gäste swingen regelmäßig mit. Und dann wäre da noch die Saison 2016/17, die Marcell Oppenberg gerade plant und von der er noch nicht allzu viel verraten möchte. Nur eins. Es wird wieder ein Zusammenspiel mit renommierten Stars geben, Michael Bublé wäre optimal, „das ist unser klar gestecktes Ziel.“