Bereits 100 000 Hirnstromkurven gemessen

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Wesel..  Das evangelische Krankenhaus feierte gestern ein besonderes kleines Jubiläum: In der Neurologischen Ambulanz wurde das 100 000. Enzephalogramm (EEG) geschrieben. Dies ist eine diagnostische Methode, die bereits seit 40 Jahren in der Abteilung Neurologie und klinische Neurophysiologie im Evangelischen Krankenhaus Wesel zum Einsatz kommt.

Dabei handelt es sich um eine schmerzfreie und ungefährliche Methode, die jederzeit und beliebig oft ohne Probleme für die Gesundheit des Patienten wiederholt werden kann. Im EEG werden die elektrischen Aktivitäten die durch die permanente Signalübertragung der Nervenzellen des Gehirns entstehen aufgezeichnet. Man bezeichnet ein EEG daher auch als Hirnstromkurve.

Mittels EEG werden vor allem Funktionsstörungen des Gehirns nachgewiesen, die sich beispielsweise durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) nicht darstellen lassen. Darüber hinaus wird das EEG vor allem in der Diagnostik von Epilepsien, zum Nachweis von altersabhängigen Hirnreifestörungen, bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, bei Erkrankungen, die mit nachlassender Denkleistung einhergehen, sowie zur Feststellung des Hirntodes eingesetzt.

Für die Untersuchung werden von der EEG-Assistentin diverse Elektroden über die Kopfhaut des Patienten verteilt. Das Anbringen der Elektroden und die Ableitung eines EEGs nehmen rund 30 - 40 Minuten in Anspruch. Neben dem Standard-EEG, gibt es weitere Untersuchung Ableitungsformen: beispielsweise das Schlaf-EEG nach Schlafentzug oder das Nachtschlaf-EEG.

Mittels EEG-Ableitungen können keine Gedanken gelesen oder beeinflusst oder die Intelligenz und die Denkfähigkeit gemessen werden.