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Medizin

Bequemer Austausch zwischen Haus- und Facharzt

18.08.2009 | 06:00 Uhr

Wesel. Das Marien-Hospital bietet niedergelassenen Haus- und Fachärzten „elektronisches Zuweiserportal” an. Die Pilotphase ist abgeschlossen. Zehn Mediziner aus Wesel, Hamminkeln, Schermbeck, Voerde, Hünxe und Xanten beteiligen sich derzeit an dem kostenlosen Angebot.

„Wir verstehen uns als Dienstleister”, begründet Heinrich Schnieders, Geschäftsführer des Marien-Hospitals, die Vorreiterrolle, die das Haus durch sein neuestes Projekt in den Kreisen Wesel und Kleve übernehmen will. Mit einem „elektronischen Zuweiserportal” kann zwischen der Klinik und den teilnehmenden niedergelassenen Fach- und Hausärzten ein schneller und bequemer Datenaustausch stattfinden. Zehn Mediziner aus Wesel, Hamminkeln, Schermbeck, Voerde, Xanten und Hünxe waren in der Pilotphase dabei.

Das Portal liefert dem behandelnden Arzt wichtige Informationen über seinen Patienten, der nach seiner Einweisung im Marien-Hospital behandelt wird. Digitale Dokumente wie OP-Bericht, Arztbrief, Laborwerte, Röntgenbilder, Diagnosen und Therapien sind für den Mediziner somit rasch und unabhängig von Dienstzeiten einzusehen, erläutert EDV-Leiter Christof Lemke das Informa-tionssytem. Um diesen Service anbieten zu können, war ein komplexes Schutzprogramm erforderlich, das unliebsame Zugriffe von Unbefugten verhindert. Nur über ein Zertifikat und ein Passwort kann der teilnehmende Arzt an die Unterlagen über seinen jeweiligen Patienten kommen, erklärt der Diplom-Ingenieur. Die Sicherheitssysteme seien umfangreich.

Auch mit Terminvereinbarung

Das Einverständnis des zu Behandelnden vorausgesetzt, können Ärzte auch nur Daten der eignen Patienten abrufen. Vier Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden diese Informationen wieder gelöscht.

Das neue System ermöglicht darüber hinaus eine unmittelbare Kommunikation mit der Kardiologie. Dabei geht es speziell um Anmeldung von Pa-tienten und Terminvereinbarungen für das Herzkatheterlabor. Der Bereich ist die größte Abteilung des Hauses und weist mit 600 bis 700 Fällen pro Jahr auch die meisten Untersuchungen auf. Bislang sind diese Anmeldung per Fax erfolgt, berichtet Dr. Martin Raiber. Mit Hilfe des Systems kann der einweisende Arzt gleich eine Vielzahl von Informationen über den Patienten mitliefern, beispielsweise einen aktuellen Medikamentenplan. „Ein komfortables Angebot”, findet Raiber.

Der Servicegedanke und eine Qualitätsoptimierung seien für das Marien-Hospital die Gründe für das neue Angebot gewesen, zählt Geschäftsführer Schnieders auf. „Aber es geht natürlich auch darum, Hausärzte und niedergelassene Fachärzte an unser Haus zu binden.” Das Zuweiserportal ist für die teilnehmenden Mediziner nämlich kostenfrei. Die Ärzte müssen lediglich für die technische Voraussetzung in ihrer Praxis sorgen, also einen Internet-Zugang und einen Browser sorgen. Rund 30 000 Euro lässt sich das Marien-Hospital dieses Projekt kosten, über das es am Mittwoch, 19. August, 17 bis 18.30 Uhr, interessierte Ärzte im Nikolaus-Stift informiert. Fast 350 Einladungen sind dazu rausgegangen.

Margret Brüring

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