Bei einer Dampferfahrt lernten sie sich kennen

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Wesel..  Kurt Knapp schaut seine Christine an. Beide überlegen kurz und zucken dann mit den Schultern. „Unser Erfolgsrezept für eine lange Ehe?“, wiederholt Christine Knapp die Frage. „Wir haben eigentlich kein Rezept“, sagt die 88-Jährige dann. „Es hat einfach gepasst und wir sind uns immer treu geblieben“, ergänzt ihr ein Jahr jüngerer Mann. Und das über eine wirklich lange Zeit, denn heute feiern Kurt und Christine Knapp ein stolzes Ehejubiläum: ihre Eiserne Hochzeit.

Kennengelernt haben sich die beiden 1948 in Wettin bei Halle an der Saale. Dort ist Kurt Knapp geboren und aufgewachsen. Und dort kam auch Christine als Sudetendeutsche hin, nachdem sie aus ihrer Heimat im heutigen Tschechien vertrieben worden war. „Bei einer Dampferfahrt auf der Saale habe ich Christine zum ersten Mal gesehen“, erinnert sich Kurt Knapp. „Sie hat mir direkt gefallen, und ich habe gehofft, dass ich sie bald wiedersehen würde.“ Kurz später ging sein Wunsch in Erfüllung, beim Tanzen sahen sich die beiden erneut. Kurt fasste sich ein Herz und forderte Christine auf. „Alles andere entwickelte sich dann von ganz allein“, erzählt Christine.

1949 zog Kurt Knapp von Wettin an den Niederrhein, seine Mutter war schon 1946 nach Wesel gekommen. Der junge Mann fand schnell eine Arbeit als Dreher, ein halbes Jahr später kam seine Christine nach Wesel nach. 1950 heiratete das junge Paar, Christine kümmerte sich um die vier gemeinsamen Kinder und den Haushalt. Mittlerweile hat das paar auch drei Enkel und zwei Urenkel.

In seiner Freizeit war Kurt Knapp früher sportlich sehr aktiv, spielte Fußball und Handball. Mittlerweile rätseln er und seine Frau gern gemeinsam, Kegeln zählt die 88-Jährige ebenfalls zu ihren Hobbys. Ihre Eiserne Hochzeit feiern die Jubilare heute im kleinen Kreis der Familie.