Wesel

Bei der Weseler Südumgehung geht es nicht voran

Lang, lang ist’s her: Schon 2009 wurde in der Niederrheinhalle zur Südumgehung informiert.
Lang, lang ist’s her: Schon 2009 wurde in der Niederrheinhalle zur Südumgehung informiert.
Foto: Markus Joosten
Was wir bereits wissen
Planfeststellungsverfahren ist längst überfällig. SPD-Politiker Hovest klagt über die Bezirksregierung und schreibt an Verkehrsminister Groschek.

Wesel.  Die „Eselei“, die Verkehrsminister Michael „Mike“ Groschek kürzlich zum Eselorden verhalf, hat jenseits alles Närrisch-Launigen einen ernsten Hintergrund: Beim wichtigen Weseler Zukunftsprojekt Südumgehung hakt es.

Nach den Nettigkeiten bei der Ordensverleihung hat Ludger Hovest, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat, dem „lieben Mike“ nun einen Brief geschrieben, in dem er einen „unglaublichen“ Umgang der zuständigen Bezirksregierung mit dem Thema beklagt. Groschek solle „mit der Faust auf den Tisch hauen“, forderte Hovest im NRZ-Gespräch.

Der Minister wisse vermutlich nicht, was in der Sache nicht funktioniere, so der SPD-Ratspolitiker. Schon vor drei Jahren habe die Düsseldorfer Bezirksregierung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die Umgehung die Offenlegung durchgeführt, Behörden und Bürger beteiligt. Für das vergangene Jahr sei das Planfeststellungsverfahren angekündigt gewesen, das sei jetzt „seit mehr als einem Jahr überfällig“, sagte Hovest. Wiederholte Nachfragen bei der Bezirksregierung seien ins Leere gelaufen. Dort zuständige Personen seien stets nicht verfügbar gewesen.

In dem Schreiben an Minister Groschek macht der Weseler Politiker die Bedeutung der Umgehung für die Stadt deutlich. Das gelte insbesondere auch für Firmen, die sich perspektivisch auf die Entwicklung des Deltaport-Projekts ausrichteten, für das unter anderem mit der guten Verkehrsanbindung geworben wird. „Wir möchten in Wesel nicht mit anderen deutschen Städten und deren Großprojekten, die nicht fertig werden, in Zusammenhang gebracht werden“, schreibt Hovest und lockt den Minister: „Wir in NRW sollten das besser können.“ Er bittet Groschek „dringend, die Planung zu Ende zu bringen und alles Weitere zu veranlassen, dass die Planungen zu einem guten Ergebnis gebracht werden“.

Er glaube zwar nicht, so Hovest, dass die Finanzierung „ans Wackeln kommt“, aber wenn bereitgestellte Gelder nicht abgerufen würden, könne es sein, dass sie erst einmal für andere Projekte fließen. Er will die Antwort des Ministers abwarten, bei der er Konkretes erwartet: „Wenn ich erfahre, dass das Verfahren im August dieses Jahres abgeschlossen wird, bin ich zufrieden.“ Komme nichts dabei heraus, werde er „weiter mobilisieren – nicht nur den Rat, sondern auch auf Kreisebene“, um eine konzertierte Aktion zum Voranbringen der Südumgehung anzustoßen.