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Feuer

Bauernhof brannte nieder

11.02.2010 | 19:38 Uhr
In Brünen brannte ein Wohnhaus mit einer angrenzenden Scheune. Die Feuerwehr konnte zwanzig Kälber aus den Stallungen retten. Andere Tiere starben. Zwei Rettungswagen wurden alarmiert, um zwei Personen mit Rauchgasvergiftungen zu betreuen. (Fotos: Markus Joosten)
In Brünen brannte ein Wohnhaus mit einer angrenzenden Scheune. Die Feuerwehr konnte zwanzig Kälber aus den Stallungen retten. Andere Tiere starben. Zwei Rettungswagen wurden alarmiert, um zwei Personen mit Rauchgasvergiftungen zu betreuen. (Fotos: Markus Joosten)

Bis zu 80 Masttiere verendeten in den Ställen, die ebenso wie das Wohnhaus in Hamminkeln zerstört wurden.

Es war eine eisige Nacht, in der die Frau das Haus am Eimersweg zwischen Brünen und der Autobahn verließ, um zur Arbeit zu fahren. 4.30 Uhr war es, und der benachbarte Bauernhof lag ruhig da. Eine halbe Stunde später stand er lichterloh in Flammen.

Bis zu 80 Masttiere verendeten in den Ställen, die ebenso wie das Wohnhaus zerstört wurden. Verzweifelt versuchten der 32-jährige Eigentümer und sein 55 Jahre alter Mieter, Kälber und Rinder zu retten. Die Holzdecken zu den Spitzdächern, mit Pliesterwerk aus trockenem Stroh isoliert, brannten wie Zunder und stürzten krachend ein.

Plötzlich fiel der Strom aus

Eine Zeitungsbotin, berichtete Bürgermeister Holger Schlierf, der vor Ort städtische Hilfe anbot, habe das Feuer zuerst bemerkt. Den Alarm, so die Polizei, habe indes der 32-Jährige ausgelöst, der am frühen Morgen nach Hause gekommen sei und einen Kaffee habe kochen wollen. Da sei der Strom ausgefallen, und als er zum Sicherungskasten ging, habe er die hintere Scheune brennen sehen.

In Brünen sah man die Flammen von Weitem. Als die Männer des Löschzuges, um 5.07 Uhr alarmiert, auf dem Hof nahe der B 70 eintrafen, wollten sie ins Wohnhaus, aber das ging schon nicht mehr, weil auch dort Teile der brennenden Decke herunterfielen. Löschwasser wurde aus zwei Brunnen gezapft. 20 Kälber aus dem hinteren Stall und sieben Tiere aus dem vorderen konnten die Männer retten; weitere rund 60 aus einem hinteren, separaten Stallgebäude, das als einziges nicht zerstört wurde. Nicht betroffen war das benachbarte Einfamilienhaus, in dem der 55-jährige Vater des 32-Jährigen wohnt. Er wie der Mieter erlitten einen Schock, der Sohn liegt mit einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus.

Einsatz bei eisiger Kälte

80 Männer der Brüner und der Hamminkelner Wehr trotzten Kälte und eisigem Wind. Löschwasser fror zu Eiszapfen an den Mauern und zu spiegelglatten Flächen. Sie wurden vom Malteser-Hilfsdienst mit Kaffee und Brötchen versorgt und konnten sich zwischendurch in Garage und Partyraum des Nachbarhofes aufwärmen. Ebenso die Männer des Technischen Hilfswerkes, die mit Radladern noch Stunden später qualmendes Stroh, verkohlte Balken und Tierkadaver fortschafften, die später abgeholt wurden. Die geretteten Tiere wurden zu anderen Höfen transportiert.

Den ganzen Tag, so Feuerwehr-Chef Udo Zurmühlen, werde es dauern, die Glutnester zu bekämpfen und die Gebäude zu räumen. Dann werde man das abgesperrte Grundstück in Abständen kontrollieren. Heute will die Versicherung, morgen die Polizei intensiv nach der Brandursache forschen. Die zeitliche Distanz, so die Beamten, sei nach einer ersten Brandschau durch die Kripo kein Problem: Falls es Spuren einer Brandstiftung gebe, könnten sie zwischenzeitlich nicht beseitigt werden. Der Schadaen wird auf rund 300 000 Euro geschätzt.

Joachim Freund

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