Bauen wie ein Ägypter

Seit zehn Jahren modelliert und baut der Weseler Günter Langner die Modelle ägyptischer Grabbeigaben. 
Seit zehn Jahren modelliert und baut der Weseler Günter Langner die Modelle ägyptischer Grabbeigaben. 
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Weseler Architekt Günter Langner modelliert ägyptische Grabbeigaben

Wesel.. Vergoldete Grabkisten, Totenmasken, reich verzierte Sarkophage. Wer den Dachboden von Günter Langner betritt, könnte denken, direkt in das Land der Pharaonen gestolpert zu sein. „Seit gut zehn Jahren baue ich ägyptische Grabbeigaben und Fahrzeuge nach. Das ist meine Leidenschaft, mein Hobby.“

Maßstab 1:5 oder 1:10

Über zwanzig dieser Modelle hat der pensionierte Architekt und Tischlermeister schon in mühevoller Kleinstarbeit gebaut. Alle originalgetreu im Maßstab 1:5 oder 1:10. „Angefangen hat das mit der Pharaonen-Ausstellung, die ich vor gut zehn Jahren in Köln besucht habe. Mich hat sofort die Modellierkunst der alten Ägypter begeistert. Holz ist einfach ein großartiges Baumaterial. Es ist faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Sachen dreitausend Jahre alt sind und trotzdem noch so gut erhalten.“ Kurzerhand kaufte sich Langner das Buch zur Ausstellung, schmökerte stundenlang. Daraufhin reifte in seinem Kopf die Idee, das Ganze doch auch mal in Klein nachzubauen. Für den Tischlermeister gar kein Problem: Zuerst zeichnete er die abgebildeten Grabbeigaben, Masken und Streitwagen bis ins kleinste Detail ab, errechnete Baupläne, analysierte die Inschriften. Immer mehr Fachbücher wanderten in sein Regal, die Leidenschaft nahm ihren Lauf

Vier bis acht Wochen braucht Langner für seine Modelle. Er sitzt dann entweder an dem alten Schreibtisch auf dem Dachboden seines Hauses oder in der Holzwerkstatt im Keller. Hier fertigt er die Zuschnitte an und formt die Figuren mit dem Cutter-Messer bis sie genauso aussehen wie das Original aus der Grabkammer.

„Ich schnitze die einzelnen Stücke aus dem Holz von Linden, Nuss- oder Birnbäumen. Die lassen sich besonders gut verarbeiten und passen auch farblich.“ Aus welchem Holz die Originale geschnitzt sind, weiß selbst Modellbau-Experte Langner nicht. „Das ist wohl auch nach den Jahrtausenden nicht mehr erkennbar“, analysiert er.

Irgendwann zu den Originalen

Sind die Nachbildungen geformt, beginnen die Mal- und Verzierarbeiten. Mit verschiedensten Lacken färbt er die Figuren, Fahrzeuge und Möbelstücke in Gold, Schwarz und Blau. Sogar die ägyptischen Hieroglyphen pinselt er filigran auf die Grabtruhen, bis sie genauso aussehen wie die dreitausend Jahre alten Originale.

Die ursprüngliche Heimat seiner Figuren hat Bastelkönig Langner jedoch noch nicht mit eigenen Augen gesehen. „Ich würde sehr gerne die Tutanchamun-Ausstellung im ägyptischen Museum in Kairo sehen. Das ist so ein Traum, den ich mir noch gerne erfüllen würde.“