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Baubeginn nicht verzögern

23.05.2008 | 18:55 Uhr

BETUWE. Der Weseler Kreistag will seinen Unmut in einem Brief an Minister Tiefensee und Bahn-Chef Mehdorn deutlich artikulieren.

KREIS WESEL. Für Hans-Peter Kamps (CDU) ist es die schlimmste Nachricht seit langem gewesen: In einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Regionalrats wurde mitgeteilt, dass mit einem Baubeginn für das dritte Gleis der Betuwe-Linie nicht vor 2015 zu rechnen sei.

Aus dem Blickwinkel der betroffenen Bürger ist dies schlichtweg eine Katastrophe, meinte der Politiker im Kreisbauausschuss. Schon heute führe der zusätzliche Schienenverkehr auf einer nicht dafür vorgesehenen Trasse zu nicht vorstellbaren Beeinträchtigungen. "Die deutsche Seite hat gepennt. Die Holländer haben sofort nach Vertragsabschluss mit dem Bau begonnen, die deutsche Seite hat die Entscheidung immer wieder verschoben", sagte Daniela Schwitt (SPD). Den Unmut der Niederrheiner sollen nun Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn schwarz auf weiß erhalten. In einem Schreiben, das die Verwaltung verfasst und dem Kreisausschuss vorlegt, soll mit klaren Worten die Stimmungslage aus dem Kreis dargestellt werden, so Kamps. Der Bundesverkehrsminister wird als Vertreter des Hauptanteilseigners an der Bahn aufgefordert, die Rechte der Anlieger wahrzunehmen und das Unternehmen endlich dazu zu bringen, in Sachen Gleisbau tätig zu werden. "In der Vergangenheit flüchteten sich die Vertreter der Bahn immer wieder in Ausreden und Beschwichtigungen. Eine Verzögerung des Baubeginns bis 2015 ist jedoch nicht hinnehmbar", betonte Kamps. (mt)WITTKE SAGT FINANZHILFE ZUBei einer Veranstaltung der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU hatte Verkehrsminister Wittke bei der kommunalen Eigenbeteiligung für die Beseitigung der Bahnübergänge entlang der Betuwe-Linie Hilfen durch Land und Bund zugesagt. Darüber freut sich der Weseler CDU-Fraktionsvorsitzende Rudolf Spelmanns sehr. Schließlich liegen die Kostenschätzungen für zwei Unterführungen (Hessenweg, Holzweg) derzeit bei rund neun Millionen Euro. Eigenbeteiligung der Stadt: etwa eine Million. Nach Wittkes Äußerungen würden sich die Kosten für Wesel erheblich verringern, so Spelmanns. In einem Brief an Bürgermeisterin Westkamp fordert er deshalb die Verwaltung auf, rechtzeitig Förderanträge zu stellen.

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