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Bürgermeister-Kandidatin

Bannert-Schlabes überzeugt ihre Partei

06.03.2015 | 22:30 Uhr
Bannert-Schlabes überzeugt ihre Partei
Norbert Neß übergibt das obligatorische Sträuschen an Roswitha Bannert-Schlabes.Foto: NRZ

Hamminkeln.   Die CDU zeigt bei der Wahl von Roswitha Bannert-Schlabes Geschlossenheit und gibt ihrer Kandidatin damit Selbstvertrauen für den kommenden Wahlkampf.

Gegen 21 Uhr zeigt sie endlich ihre Zähne. Zuvor hat Roswitha Bannert-Schlabes eineinhalb Stunden lang zwar tapfer, aber doch etwas angestrengt gelächelt. Als CDU-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Neß aber schließlich das Ergebnis der Abstimmung verkündet, fällt der Druck von der nun offiziellen CDU-Bürgermeisterkandidatin spürbar ab. Die Gesichtszüge entspannen sich und die Augen strahlen.

Rund 88 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder haben sie am Donnerstagabend in der Gaststätte Buschmann gewählt. Und damit auch ein Zeichen gesetzt. Gewählt zu werden, ist nämlich das eine faktische Moment, um einen Bewerber in seine Funktion zu hieven. Doch die Zahl an sich entscheidet vor allem, mit welchem Rückenwind ein Kandidat in den Wahlkampf starten kann und wie sehr er oder sie auf dem Weg von seiner Partei getragen wird.

Der Dialog ist ihr wichtig

Mit dem Ergebnis, 68 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und vier Enthaltungen, haben die Mitglieder gezeigt, dass sie sich von Roswitha Bannerts-Schlabes abgeholt fühlen, wie es so schön heißt. Diese Überzeugung muss die 53-Jährige Brünerin nun auch in die Hamminkelner Bevölkerung tragen.

In ihrer Antrittsrede setzt die Kandidatin auf bewährte Themen. Haushaltsloch, Stadtwerke, Kita-Plätze, Bildung, medizinische Versorgung, Ehrenamt, Wirtschaftsfragen. „Unsere Stadt ist kein Sanierungsfall“, sagt Bannert-Schlabes. Marode sei vielmehr die Verteilung des Geldes zu Lasten der Kommunen. Und bei der angekündigten Finanzspritze des Bundes für die notleidenden Kommunen stelle sich vor allem diese Frage: „Wie viel kommt davon in Hamminkeln an?“ Bei Einnahmen gebe es für die Kommunen kaum Spielraum, die Folge seien die Steuererhöhungen. Um mehr eigene Einnahmen zu generieren, müsse man das Projekt Stadtwerke vorantreiben. Gleichzeitig müsse man weiter sparen, „aber nicht, indem man nachts die Straßenlaternen abschaltet“, sagt Bannert-Schlabes mit Blick auf die Krefelder Verwaltung, die dieses Unterfangen mehr Geld gekostet als gebracht hat.

Neubaugebiete Brüner Straße und Dingden, Ausbau der Kita-Plätze, auch für eine weiterhin attraktive Schullandschaft setze sie sich ein, die Wirtschaft wolle sie fördern, den Standort attraktiv machen, indem sie auch auf das Wohnumfeld und die Kinderbetreuung in den Fokus rücke. Und eines ist ihr besonders wichtig: der Dialog. Ins Gespräch kommen, „Vertrauen gewinnen und Verlässlichkeit ausstrahlen.“ Noch hält sie sich an Allgemeinplätze. Konkret wird sie nicht. Und auch ein kräftiges Wort verliert Roswitha Bannert-Schlabes nicht. Der Wahlkampf hat aber erst begonnen.

Die Attacke reitet unterdessen CDU-Stadtverbandschef Norbert Neß. Und schießt sich auf SPD-Politiker Michael Möllenbeck ein. Der hatte eine Karikatur, die Roswitha Bannert-Schlabes und SPD-Kandidat Bernd Romanski im Boxring zeigt, mit der Bemerkung kommentiert, „dass der Frau die Boxhandschuhe eindeutig zu groß“ seien. Am Ende des wortreichen Scharmützels steht Neß, der der Möllenbeck frauenfeindliche Äußerungen vorwirft und der konstatiert, den SPD-Politiker „nicht für eine große Leuchte“ zu halten.

Neben Blumen hatte Norbert Neß auch BVB-Devotionalien für die gebürtige Dortmunderin Bannert-Schlabes im Gepäck. Eine Tasse und eine Kappe mit der Aufschrift „Pöhler“, einem knackigen Begriff für Straßenfußballer. Wahlkampf sei ja auch ein wenig wie Straßenfußball, sagte Neß. Was er in seiner Rede eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte...

Philipp Ortmann

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2015-03-06 22:30
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